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Neue OZ: Kommentar zu Agrar
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Eier
Dioxin

Osnabrück (ots) - Das Kontrollnetz ist zu löchrig

Die immer neuen Enthüllungen über dioxinbelastete Eier vom Norden bis zum Süden der Republik wecken unheilvolle Erinnerungen. Der Futterfett-Skandal um die Firma Harles und Jentzsch zog vor einem Jahr ebenfalls immer weitere Kreise, zuletzt war darin sogar eine Bauerngenossenschaft im Landkreis Vechta verwickelt. Auch damals ging es um Dioxin, auch damals wurde beruhigt, es gebe keine Gesundheitsgefahr.

Das mag wegen der entdeckten Pikogramm-Mengen zutreffen. Der Hinweis ist jedoch völlig irrelevant. Denn Dioxin gehört nicht in Lebensmittel. Punkt. Umso dringlicher ist, dass Behörden und Kontrollstellen so schnell wie möglich die Ursache für die Gifteier herausfinden. Nicht auszuschließen ist, dass dafür wie vor einem Jahr verseuchtes Futter der Grund ist.

Der aktuelle Fall ist insofern ernüchternd, als er die Aktionspläne von Bund und Land als unzulänglich offenbart. Agrarministerin Ilse Aigner versprach seinerzeit, die Lebensmittelkette sicherer zu machen, unter anderem durch die Vorschrift zur betrieblichen Eigenkontrolle und eine Meldepflicht für Privatlabore. Das Versprechen ist verpufft: Genau ein solches Institut hat nun offenbar geschlampt und Informationen verschleppt. Festzustellen bleibt auch, ob der Landkreis Aurich zügig gehandelt hat. Das Kontrollnetz ist weiter viel zu löchrig, auf der Strecke bleibt der Schutz der Verbraucher. Sie haben die Nase voll vom behördlichen Tohuwabohu.

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