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Neue OZ: Kommentar zu Sponsoring

Osnabrück (ots) - Wer hätte es gedacht

Spenden, Sponsern und Stiften. Zuwenden, Fördern und Schenken. Etwas als Pate finanzieren oder als Freundschaftsdienst bezahlen: Viele verschiedene Wendungen beschreiben es, anderen finanziell Gutes zu tun. Schon die Anzahl der Begriffe legt nahe, dass das Thema komplex ist und es oft um mehr geht als das reine Geben.

Insbesondere gilt das, wenn eine Gabe wichtige Entscheidungen beeinflussen soll. Dann wird aus Schenken schnell Bestechen, wandelt sich der edle Spender rasch zum schmierigen Schuft. Hinzu kommen Grauzonen. Dann etwa, wenn es doch Aufgabe eines Politikers sein muss, die Nähe der Wirtschaft zu suchen. Oder dann, wenn es um einen guten Zweck geht, der Geldgeber aber zweifelhafte Eigeninteressen im Sinn hat. Schließlich auch dann, wenn weder formal noch verdeckt eine Gegenleistung erfolgt, wohl aber einer Verbrüderung zweier Seiten Vorschub geleistet wird, denen Unabhängigkeit gut zu Gesicht stünde.

Debatten wie die jetzige um das politische Sponsoring und den "Club 2013" in Niedersachsen sind daher mehr als Vorboten der Landtagswahl im Januar 2013. Sie sind vielmehr Nachbeben des Falls Christian Wulff. Wer hätte das gedacht: Die Wahrnehmung wandelt sich und verändert die Gesellschaft. Das monatelange Erbsenzählen hat doch noch große Folgen.

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