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Neue OZ: Kommentar zu Finanzen
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Osnabrück (ots) - Das richtige Thema

Es gibt gute Gründe dafür, dass die Kanzlerin vor den deutschen Arbeitgebern gestern nicht zuerst über ihre wirtschaftsfreundliche Politik gesprochen hat. Dass die CDU-Chefin stattdessen die Forderung nach privater Beteiligung an der Sanierung überschuldeter Euro-Staaten in den Vordergrund rückte, wird manchen Zuhörer erschreckt haben. Doch wer darin nur eine Konzession der Politik an Volkes Meinung sieht, lässt einen wichtigen Aspekt außer Acht: Von den Steuermilliarden zur Rettung des Euros muss ein großer Teil von Unternehmen aufgebracht werden. Schon deshalb war die Irlandkrise auf dem Arbeitgebertag das richtige Thema. Hinzu kommt, dass ein stabiler Euro und dessen bloße Existenz wichtige Grundlagen für Exporterfolge und Aufschwung in der deutschen Wirtschaft sind.

Darüber darf das Thema Kostenbelastung der Betriebe nicht vergessen werden. Wenn, wie Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt beklagt, von einem Euro, den der Unternehmer mehr zahlt, bei einem durchschnittlich verdienenden Beschäftigten nur 37 Cent ankommen, besteht für viele kein Anreiz zur Leistungssteigerung. Das trübt schon jetzt die Vorfreude auf höhere Löhne, die Hundt den Arbeitnehmern in Aussicht gestellt hat. Das uneingelöste Versprechen "mehr Netto vom Brutto" belastet die Regierung Merkel vor dem Wahljahr 2011. Auch so erklärt sich ihr Streben nach Gerechtigkeit bei der Bewältigung der Euro-Krise.

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