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Neue OZ: Kommentar zu Bau
Konjunktur

Osnabrück (ots) - Magere Jahre

Der Wirtschaftsaufschwung scheint sich zu stabilisieren - ein Indiz dafür ist, dass immer mehr Wohnungsneubauten genehmigt werden. Das wird das Bau- und Handwerkergewerbe aber kaum jubeln lassen. Die Erholung erfolgt auf extrem niedrigem Niveau. Noch im ersten Halbjahr 2009 war die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Die Unternehmen sind daher gut beraten, wenn sie sich auf dauerhafte Veränderungen im deutschen Immobilienmarkt einstellen.

Die fetten Jahre dürften vorerst vorbei sein. Der Aufschwung wird zwar vorübergehend Entlastung bringen, und die niedrigen Bauzinsen sind ein Anreiz zum Kauf oder Bau einer Immobilie. Zum Alltag gehören aber ebenfalls steigende Sozialversicherungsbeiträge, höhere Stromkosten und fallende Löhne. Das wird auch künftig vor allem junge Menschen, die besonders knapp kalkulieren müssen, vom Hauskauf oder -bau abhalten.

Langfristig könnte das zu erheblichen sozialpolitischen Problemen führen. Schon heute sind die Mieten in vielen Ballungsgebieten hoch. Dazu beigetragen hat auch die Abschaffung der Eigenheimzulage 2006. Noch ist es zu früh, um die Wirkung dieser Entscheidung zu beurteilen. Ein Auge darauf sollten die Politiker aber haben.

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