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Neue OZ: Kommentar zu Atom
Castor

Osnabrück (ots) - Beeindruckend und bedrückend

Ein Landkreis im Ausnahmezustand: Das war Lüchow-Dannenberg in diesen Tagen. Die Wendländer haben es dem Castor so schwer wie nur irgend möglich gemacht. Die Teilnehmer der Sitzblockaden auf den Gleisen bei Harlingen und vor dem Zwischenlager in Gorleben setzten beeindruckende Zeichen - bei Eiseskälte und Dunkelheit. Dazu die Chuzpe der Bauern, die mit ihren Treckern immer wieder neue Straßen blockierten - auch die Gegner des Protests müssten angesichts der Entschlossenheit Respekt zeigen.

Der Castor-Transport war aber für alle kräftezehrend - auch und vielleicht vor allem für die Polizisten im Einsatz. 24 Stunden Nonstop-Dienst unter solchem Druck sind für jeden Menschen eine Zumutung - und in diesem Fall trägt er sicher nicht zur Beruhigung der Lage bei. Auch hierzu muss die Politik Stellung nehmen. Ein einfaches Abwiegeln der Bedenken reicht nicht aus, um die Menschen, die Gorleben in diesem Jahr erlebt haben, zu beruhigen. Von der Endlagerfrage ganz zu schweigen, in der das Vertrauen in den Staat nach den Erfahrungen mit der nahe gelegenen Asse sicherlich nicht gewachsen ist.

Bleibt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes. Viele Zeugen, auch Journalisten, berichteten von Tränengas und heftigem Schlagstockeinsatz bei Zwischenfällen. Sicherlich muss die Polizei einschreiten, wenn jemand Gleise zerstören will. Dass es auf diese Weise geschehen ist, ist allerdings bedrückend.

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