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Neue OZ: Kommentar zur Versteigerung von Kunstwerken von Lehman Brothers

Osnabrück (ots) - Umwertung der Werte

Jetzt wissen wir es ganz genau: Banken bezahlen sündhaft teure Kunst wirklich aus der Portokasse. Die Gemälde von Lehman Brothers bringen Millionen - ein Trinkgeld, verglichen mit der Mega-Pleite der Bank. Auch Schilder und Zigarrenkisten, einst Symbole der Finanzmacht, taugen jetzt nur noch zum Plunder für Trophäenjäger. Die Umwertung der Werte ist perfekt.

Dazu gehören auch die symbolischen Werte. Gemälde von Kunststars wie Lucien Freud entfalten als Teil von Konzernsammlungen ihre eigene Aura als Spielmarken und Imagecoupons. Dass gerade die Porträts von Freud Körper im Verfall zeigen, macht dabei gar nichts. Das Spiel mit der Vergänglichkeit liefert hinter spiegelblanken Bankenfassaden eher noch den zusätzlichen Kick.

Die Bilder ziehen nun weiter. Sie suchen sich neue Herren. Je nach Kontext werden sie große Kunst oder Erkennungszeichen für Superreiche sein. So viel Wandlungsfähigkeit ist unheimlich. Oder genial.

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