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Neue OZ: Kommentar zu Griechenland
Streiks

Osnabrück (ots) - Eiserner Wille der Regierung

Wie bitter: In einer Zeit, in der die Griechen Touristen dringender denn je brauchen könnten, verderben streikende Fluglotsen und Tanklasterfahrer den Reisenden jede Lust auf das sonst doch so beliebte Land. Lauschige Buchten, dauerhafter Sonnenschein, gegrillter Fisch und wunderbare Zeugnisse der antiken Kultur - wen interessiert das schon, sobald der Mietwagen liegen bleibt, die Abreise schon am Flughafen endet oder der Bus dahin gar nicht erst fährt.

Wirtschaftlich betrachtet, begehen die Griechen also gerade Selbstmord. Es liegt auf der Hand, dass frustrierte Touristen auf Jahre genug haben von den Kykladen oder Kreta. Andere, auch Stammgäste, sind in diesem Jahr gar nicht erst gekommen, zogen Spanien oder die Türkei vor und sorgten dort für ungeahnte Wachstumsraten. Selbst wenn sich unter dem Strich der Großteil der Touristen unbehelligt sonnen mag: Allein die Unsicherheit nimmt ihnen die Freude.

Unsicherheit erleben freilich auch die Griechen. Mit erstaunlicher Konsequenz setzt die Regierung Reformen durch, die auch anderenorts zu massivsten Protesten führen würden. Auf völliges Unverständnis darf die Reaktion deshalb nicht stoßen. Auch nicht bei EU und IWF, deren Auflagen nach der Schuldenkrise zur rigiden Sparpolitik führten. Abweichen dürfen sie davon nicht - wohl aber sollten sie honorieren, mit welchem eisernen Willen die Regierung vorgeht. Athen hat alle denkbare Hilfe verdient, um den Sparkurs durchhalten zu können.

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