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Neue OZ: Kommentar zu USA
Film
Oliver Stone

Osnabrück (ots) - Wörter als Waffe

Für Filme voller Gewalt ist er berühmt - und berüchtigt - geworden, mit verbaler Gewalt hat er jetzt den Raum der Fiktion verlassen: Oliver Stones Entgleisung geht weit über Missverständlichkeiten hinaus. Und sie lässt bestürzend tief blicken: bis auf den Grund einer von Ressentiments verzerrten Anschauung unserer Welt.

Für Interpretationen von Stones Worten besteht leider kein Spielraum. Der Regisseur hat für traurige Klarheit gesorgt. Im Licht seiner Äußerung erscheinen umstrittene Filme wie "Natural Born Killers" nun nicht als Kritik an Gewalt, sondern als deren Verherrlichung. Und ihr Schöpfer als Mann, der Wörter wie Waffen benutzt.

Dabei enttäuscht Stone nicht allein durch den Inhalt seiner antisemitischen Ausfälligkeit, sondern auch durch deren gedanklichen Zuschnitt. Der beschränkt sich auf simpelste Klischees. Dass gerade solche Klischees im Dritten Reich tödliche Wirkung entfaltet haben, darf nicht vergessen werden. Stone hat es vergessen - oder mit dem Schockpotenzial dieser Wirkung bewusst gespielt.

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