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Neue OZ: Kommentar zu Mafia

Osnabrück (ots) - Seht doch endlich hin!

Politischer kann Kriminalität nicht sein. Das ist die bittere Erkenntnis, die am Ende jener Ermittlungen steht, die in Italien zu den seit Langem schwersten Schlägen gegen die Mafia geführt haben. Sichtbar sind Kauf von Stimmen und Ämtern, Manipulation durch alle Ebenen von Politik und Verwaltung. All das zieht wiederum nach sich, dass Mafia-Clans über politische Macht, über Karrieren, öffentliche Wohlfahrt, über Arbeitsstellen und öffentliche Aufträge entscheiden. Und nebenbei Steuermilliarden aus Rom und Brüssel in ihre legalen Geschäftsbereiche kanalisieren.

Die zweite zentrale Erkenntnis: Das ist kein regionales Phänomen. Nur ein Narr mag glauben, dieses Unterwandern speziell der legalen Wirtschaft mache an Italiens Grenzen halt und lasse in einer voll integrierten EU ausgerechnet Deutschland außen vor.

Die Bundesregierung behauptet trotzdem seit Jahren, sie habe keine Hinweise auf Mafia. Das kann nur heißen: Sie sieht nicht hin. Sucht vielleicht in Pizzerien, aber gewiss nicht in Anwaltskanzleien, Banken, Investment- und Immobilien-Gesellschaften. Also genau dort nicht, wo die Mafia außerhalb ihrer Stammlande heute ihre stärkste und schädlichste Aktivität entfaltet.

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