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Neue OZ: Kommentar zu Literatur
Auszeichnungen

Osnabrück (ots) - Quergedacht?

Peter Wawerzinek hat sie jüngst alle beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Auszug aus seinem neuesten Werk "Rabenliebe" überzeugt: Kritiker und Publikum. Das funktioniert also durchaus im deutschen Literaturbetrieb, der natürlich auch von Marktregeln bestimmt wird. Bei über 90 000 Neuerscheinungen im Jahr ist es für unbekannte Talente wie ein Sechser im Lotto, wenn das Manuskript endlich verlegt wird, insofern hat Wawerzinek recht.

Dennoch ist es bedauerlich, dass der neue Bachmann-Preisträger das alte Totschlagargument bedient, viele Literaturkritiker seien ja nur so kritisch, weil sie neidisch auf die Kunst des Künstlers seien. Als Querdenker hat sich Wawerzinek mit dieser Aussage nicht hervorgetan. Zu kurz greift da auch seine Idee, eine Jury, die nur mit Autoren besetzt sei, könnte Literatur-Wettbewerbe wie in Klagenfurt wohl noch gerechter gestalten. Menschlich höchst interessant: Autoren untereinander sind also per se frei von Neid? Das ist genauso naiv, wie zu behaupten, Kritiker seien frei von Fehlurteilen.

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