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Neue OZ: Kommentar zu Bildung

Osnabrück (ots) - Bildung sorgt für Wohlstand, nicht die Umverteilung

Die Armut wächst - solche Aussagen schaffen Aufmerksamkeit, gerade in Zeiten von Spardebatten. Aber eine Deutung der DIW-Zahlen in dem Sinne, dass die einen nur deshalb weniger haben, weil andere mehr besitzen, ist äußerst einseitig. In Verbindung mit dem aktuellen Bildungsbericht, wonach jeder Sechste zwischen 20 und 30 Jahren keinen Abschluss hat, stellt sich das Problem der geringen Einkommen schon anders dar. Es wäre erstaunlich, wenn mehr Menschen ohne Ausbildung in der Folge mehr Geld zur Verfügung hätten.

Entsprechend gilt weiter, was bis vor Kurzem mit Ausnahme von links außen auch bundesweiter Konsens war: Der Weg des finanziellen Aufstiegs läuft über Bildung und Arbeit, nicht über eine sich bis zur Enteignung steigernde Umverteilung. Weit alarmierender ist deshalb die Erosion der Mittelschicht. Sie und nicht der Zirkel der Superreichen stellt in Deutschland die Leistungsträger - eine Gruppe, die auch durch staatliche Eingriffe tatsächlich tendenziell verarmt und dann noch vom DIW als reich dargestellt wird. Ab 860 Euro im Monat soll man ausgesorgt haben, mit 1844 Euro Krösus sein - lächerlich, denn das entspricht bereits dem Gehalt eines normalen Beamten oder eines studierten Berufseinsteigers, der sich große Sprünge keinesfalls leisten kann. Reichtum sieht anders aus. Das DIW schürt so Vorbehalte gegen genau die Mittelschicht, deren Darben es beklagt.

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