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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Opel

Osnabrück (ots) - Opel von Staats wegen zu helfen ist und bleibt verkehrt. Alle vernünftigen Gründe sprechen dagegen. Da ist zum einen, dass Opel nicht wegen der Krise in Not geriet, sondern dass Management und Marktentwicklung für die Misere verantwortlich waren und sind. Da ist zweitens, dass GM als Mutter zuallererst dafür sorgen muss, dass der Hersteller wieder in ruhige See gelangt. Drittens schadet jede Hilfe für Opel anderen Autobauern. Denkbar, dass bei VW oder Ford reguläre Stellen entfallen, während in den Opel-Werken welche staatlich alimentiert würden. Das ist absurd.

Zu bedenken ist ferner, dass Opel sogar stärker als andere von dem Boom profitiert hat, den der Staat mit seiner Abwrack-Förderprämie in Gang gesetzt hatte. Zu guter Letzt zeigen die Bundesländer mit ihren Hilfsversprechen und -verlangen, dass schon jetzt ein regionaler Wettlauf droht. Thüringen schickte sich bereits an, mit öffentlichen Geldern de facto Arbeitsplätze zu kaufen, die dann in anderen Werken wanken - ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie gut gemeinte Eingriffe, im Ganzen betrachtet, schädlich sind. Kanzlerin Merkel ficht dies alles nicht an. Sie brüskiert lieber ihren Wirtschaftsminister und erneut die FDP. Dies geschieht, weil sie unter dem Druck steht, sich auch aus der eigenen Partei nach dem Sparpaket nicht das zweite Mal in einer Woche soziale Kälte vorwerfen lassen zu wollen. Trotzdem, es bleibt verkehrt.

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