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Neue OZ: Kommentar zu Euro
Schutzschirm

Osnabrück (ots) - Alarmierend

Das Misstrauen sitzt tief: Rund 17 Prozent hat der Euro seit Jahresbeginn an Wert verloren. Auch der gigantische Rettungsschirm, den die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung beschlossen haben, konnte den Kursrutsch bislang nicht stoppen. Das ist alarmierend. Es bedeutet: Die Notmaßnahmen allein reichen nicht aus. Auf die Europäer kommt noch sehr viel mehr Arbeit zu.

Wichtig bleibt vor allem, die Regeln des Stabilitätspakts ernst zu nehmen und zugleich zu verschärfen. Denn wie soll neues Vertrauen in den Euro wachsen, wenn gegen alle EU-Staaten mit Ausnahme von Schweden und Estland Defizitverfahren laufen und wenn womöglich weitere böse Überraschungen wie in Griechenland drohen?

Auch Sparprogramme wie jetzt in Deutschland sind unausweichlich. Nach der Phase beschleunigter Staatsausgaben zur Ankurbelung der Konjunktur in der Weltwirtschaftskrise ist die Zeit gekommen, das Tempo wieder zu drosseln. Ansonsten droht ein folgenschwerer Crash. Denn mit wachsender Verschuldung sinkt der finanzielle Spielraum der Regierungen. Sie riskieren, handlungsunfähig zu werden. Bürger und Wirtschaft müssten sich dann auf die schlechteste aller Möglichkeiten einstellen: auf einen Abbau der gigantischen Schuldenberge durch Inflation - ein Horrorszenario.

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