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Neue OZ: Kommentar zu Konflikte
Nahost
Gaza

Osnabrück (ots) - An den Pranger gestellt

Der Nahost-Konflikt ist festgefahren. Und das nicht erst seit dem Schlagabtausch zwischen Israels Marine und der sogenannten "Gaza-Friedensflotte", die von Hamas-Kreisen initiiert wurde und auch viele Anhänger vor allem aus dem Linksmilieu des Westens aufzuweisen hatte.

Die Akteure der bunten Truppe verfolgten ganz unterschiedliche Ziele, teils auch sehr ehrenwerte. Was jedenfalls die Radikalislamisten wollten, haben sie erreicht: Israel in der Weltöffentlichkeit zu dämonisieren. Das katastrophale militärische Vorgehen der Regierung in Tel Aviv trug seinen Teil dazu bei, dass sich das Land einmal mehr an den Pranger gestellt sieht. Aus diesem PR-GAU scheint die israelische Führung die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Zumindest verlief die Kaperung der "Rachel Corrie" relativ ruhig. Das dürfte auch an den Passagieren an Bord gelegen haben: Nobelpreisträgerin Maguire demonstrierte ohne Anwendung von Gewalt - im Unterschied zu einem Teil der Besatzung der "Friedensflotte", wie die schrecklichen Ereignisse gezeigt haben.

Interessant ist dabei zu beobachten, wie groß das Ungleichgewicht bei der Entrüstung ist: Macht Tel Aviv einen Fehler, erhebt sich eine Empörungswelle. Droht die iranische Regierung mit der Vernichtung des Erzfeindes oder schickt die Hamas Raketen, ernten die Israelis oft bestenfalls Desinteresse.

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