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Neue OZ: Kommentar zu Wirtschaft
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Apetito

Osnabrück (ots) - Mittelstand sichern

Wir lieben Lebensmittel - mit diesem Bekenntnis lockt Deutschlands größter Lebensmittelhändler Kunden an. Den Lieferanten gilt solch innige Zuneigung nicht zwingend. Produkte des Tiefkühlkost-Herstellers Apetito hat Edeka bei der Discounterkette Plus aus dem Programm gestrichen. Deshalb ist im Apetito-Werk Hilter Kurzarbeit angesagt.

Das Beispiel zeigt, welche Folgen die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel für Lieferanten aus agrarisch geprägten Regionen haben kann. Apetito mag Marktführer beim Kantinenessen sein, als Hersteller von Produkten für Supermarkt-Tresen ist er nur einer unter vielen.

Diese Vielfalt zu sichern ist Aufgabe des Bundeskartellamtes. Deshalb hat sich die Behörde ihre Zustimmung zur Übernahme der früheren Tengelmann-Tochter Plus durch Edeka reiflich überlegt und sie mit strengen Auflagen verknüpft. Zur Sicherung von Jobs bei Lieferanten wie Apetito sind sie nicht streng genug.

Mittelständische Strukturen bei der heimischen Lebensmittelproduktion sind umso wichtiger, je mehr auch hier schiere Größe angestrebt wird. Denn schon manche regionale Traditionsfirma steht unter dem Einfluss von Großinvestoren, und die sind für ihr rigoroses Streben nach maximalem Gewinn bekannt. Der von Fiskus und Bauern gleichermaßen gefürchtete Milch-Milliardär Theo Müller gehört dazu.

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