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Neue OZ: Kommentar zu Nordkorea

Osnabrück (ots) - Bloß nicht deutsch

Am deutschen Wesen wollen Nordkoreas Stalinisten um keinen Preis genesen. Ihr permanentes Zündeln - zuletzt womöglich gar durch das Versenken eines südkoreanischen Kriegsschiffes - belegt: Lieber nehmen sie einen Krieg in Kauf, der ganz Korea total verwüsten würde, als das Schicksal ihrer DDR-Genossen zu teilen.

Das droht ihnen tatsächlich. Denn der Gegenentwurf, den die Landsleute im Süden leben, untergräbt jede Glaubwürdigkeit ihrer Terrorherrschaft. Und gemessen an Honeckers Schranzen, steht das Kim-Regime weit schlechter da: Sein Land ist viel tiefer abgewirtschaftet, als es die DDR je war. Verfügte jene über einen steten West-Mark-Zustrom aus Zwangsumtausch, Transit-Gebühren, Strauß-Krediten und Häftlingsfreikäufen, existiert all dies für die Machthaber Nordkoreas nicht. Die Sonderwirtschaftszonen, die sie mit dem Süden gemeinsam betreiben, lassen sich damit nicht vergleichen.

Erhebliche Investitionen Chinas und das leidliche Wohlwollen der Kommunisten in Peking stabilisieren das System. Doch der chinesische Rückhalt ist von weit schwächerer Qualität, als es der sowjetische für die DDR war. Das alles weiß die Führung Nordkoreas nur zu gut. Es stachelt sie an, die Kriegsgefahr zu schüren. Denn woraus sonst ließen sich totalitäre Herrschaft und totale Militarisierung leichter ableiten?

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