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Neue OZ: Kommentar zu Kultur
Theater
Theatertreffen

Osnabrück (ots) - Zwar aktuell, aber extrem kurzlebig

Der beherzte Sprung des Theaters in die Gegenwart ist auch beim Berliner Theatertreffen angekommen: Zeitgenössisches schlägt Klassiker, das erste Mal in der Geschichte des wohl immer noch wichtigsten deutschen Theater-Wettbewerbes. Nun hängt ein solches Ergebnis auch immer von der jeweiligen Jury ab. Doch wenn sich ganze Schauspielhäuser wie das in Hannover der Gegenwart verschreiben, kann das auch in Berlin nicht unberücksichtigt bleiben.

Grund zur Euphorie über eine Dramatik ganz nah am Puls der Zeit und damit an der Weltwirtschaftskrise besteht allerdings nur begrenzt. Dramatikern unserer Tage geht es nach wie vor nicht wirklich besser, auch wenn ihre Stücke häufiger als früher uraufgeführt werden. Denn darin liegt die Krux: Sie werden einmal gespielt und verschwinden dann in der Versenkung. Nur selten gelangen Stücke ins Repertoire und sichern ihrem Autor ein lebendiges Werk wie Roland Schimmelpfennig. Dieser Trend zur Kurzlebigkeit ist noch lange nicht beendet.

Dazu kommt: Meist sind es die Klassiker, weniger die neuen Stücke, die zu herausragenden schauspielerischen Leistungen animieren. Bei so viel Gegenwart darf also auch mal bang nach der Zukunft des großen Schauspielertheaters gefragt werden.

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