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Neue OZ: Kommentar zu Deutsche Bank
Zwischenbilanz

Osnabrück (ots) - Finanziell im Plus, moralisch in den Miesen

Keine Frage, die Bilanz der Deutschen Bank hat Schönheitsfehler wie den, dass sich das starke Ergebnis maßgeblich auf das latent verruchte Investmentbanking stützt. Dennoch: Wer hätte noch vor ein, zwei Jahren gedacht, dass Ackermanns Haus mit solchen Zahlen aufwartet - und das trotz der vorbildlich frühen, hohen Abschreibungen sowie der stark erhöhten Risikovorsorge.

Dass der nicht jedem sympathische Schweizer dabei noch den kühlen Kopf behält und mit Postbank oder Sal. Oppenheim Käufe tätigt, die sich erst in der Zukunft positiv auswirken, ist umso beeindruckender. So stärkt er das eher schwache Privatkundengeschäft, und der Firmensektor dürfte im Einklang mit der Konjunktur allmählich fast von selbst zulegen. Ackermanns Wirken verdient somit allen Respekt.

Und doch: Dass er Geld verdienen kann, hat der Banker nachdrücklich bewiesen. So sehr, dass er auf direkte staatliche Hilfe verzichten konnte. Ohne das allgemeine öffentliche Eingreifen wie seit 2007 auf dem deutschen Finanzsektor oder jetzt im Falle Griechenlands stünde sein Institut aber dennoch am Abgrund. Dies sollte Management und Aktionären, Mitarbeitern und Kunden der Deutschen Bank bewusst sein. Finanziell steht das Haus gut da, moralisch aber noch in den Miesen. Hier ist weiterhin einiges zurückzuzahlen.

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