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Neue OZ: Kommentar zu Wehrdienst
Zivildienst

    Osnabrück (ots) - Nach Gutsherrenart

    Aus Erfahrung wird man klug, sagt der Volksmund. Dass dies nicht für alle gilt, beweist der in der Kundus-Affäre durch vorschnelle Urteile aufgefallene Karl-Theodor zu Guttenberg: Nach Gutsherrenart drängt der Minister wieder einmal allzu forsch in den Vordergrund. Zwar ist seit dem vergangenen Herbst bekannt, dass Wehr- und Zivildienst verkürzt werden sollen. Doch das Vorziehen des Termins um drei Monate überraschte die mit den Zivildienstleistenden arbeitenden Wohlfahrtsverbände. Ihre Irritation, artikuliert unter anderen von DRK-Präsident Rudolf Seiters, ist überaus verständlich.

    Zum schlechten Stil kommen gravierende inhaltliche Bedenken. So weckt der geplante Schnellkurs "Soldat in acht Wochen" berechtigte Zweifel an einer seriösen Ausbildung. Zudem ist weiterhin keine gerechte Lastenverteilung zu erwarten. Denn mangels Bedarf wird auch künftig nur ein kleiner Bruchteil der Wehrpflichtigen zum Grundwehrdienst eingezogen.

    Dringend geklärt werden muss überdies die Zukunft des Zivildienstes. Immerhin geht es um Zehntausende von jungen Männern, die wertvolle Arbeit leisten. Sie müssen bei Verkürzung ihrer Einsatzzeit ersetzt oder zu einer freiwilligen Verlängerung der Arbeit bewegt werden. Noch aber herrscht Unsicherheit, wie dies geschehen soll - kein Ruhmesblatt für die Regierung.

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