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Neue OZ: Kommentar zu Regierung
Arbeitsmarkt
Soziales

Osnabrück (ots) - Links ist nicht gleich links Hannelore Kraft dürfte andere soziale Vorstellungen als Guido Westerwelle haben. Dennoch ist es kein Geheimnis, dass auch für Sozialdemokraten bei Wahlen in der Mitte das meiste zu holen ist - und im Mai steht in NRW der Entscheid über den Landtag an. Kernklientel der Sozialdemokraten sind dabei nicht die Arbeits- und Besitzlosen. Die wählen tendenziell gar nicht oder inzwischen die Linkspartei. Stattdessen schielt die SPD auf Arbeiter und Angestellte. Und diese blicken, auch in der historischen Entwicklung, nicht immer freundlich aufs Volk außerhalb der Werkstore. Das alte Wort vom "Lumpenproletariat" etwa ist kein kernkapitalistischer Kampfbegriff. Er entstand als Abgrenzung etablierter Facharbeiter zu Tagelöhnern, Bettlern und der allgemeinen "Verfaulung der untersten Schichten", wie Marx und Engels es beschrieben. Jene Arbeiterschicht aber, die etwas erreicht hat, die um ihre Besitzstände fürchtet, die unter hohen Lohnnebenkosten zur Finanzierung sozialer Transfers leidet, ist nun aber gerade in NRW drauf und dran, zur CDU überzulaufen. Deren Landeschef und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers macht es den Sozialdemokraten überaus schwer, inszeniert er sich doch konsequent und gar nicht mal unglaubwürdig als Arbeiterführer. Dass Kraft ihre Aussagen ganz anders gemeint haben will, ist demnach zwar möglich - aber lange nicht ausgemacht. Pressekontakt: Neue Osnabrücker Zeitung Redaktion Telefon: 0541/310 207 Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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