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Neue OZ: Berliner Marlene-Marketing

    Osnabrück (ots) - Vor und nach dem Weltkrieg hat sich Deutschland in Marlene Dietrichs Glanz gesonnt. Im Krieg ist sie den Nazis so entschieden entgegengetreten wie kaum ein anderer Star. Mehr kann man für sein Land nicht tun. Natürlich hat sie alle Ehren verdient.

    Ein Messingstern kann allerdings nicht vergessen machen, dass die Schauspielerin über Jahrzehnte als Verräterin beschimpft wurde. Fünf Jahre musste sie tot sein, bis ein kleiner Berliner Straßenabschnitt nach ihr benannt wurde. Weitere fünf Jahre vergingen bis zur Ehrenbürgerschaft. Israel, Frankreich, Amerikas Frontkämpfer haben sich bedankt, als Marlene Dietrich noch lebte.

    Aber der Walk of Fame soll nicht nur sie ehren, sondern die Filmkunst im Ganzen. Und auch hier darf man ein heimliches Fragezeichen setzen. Touristen, die sich den Namenszug der Legenden vom Stern abpausen, nutzen dem Film ja nur wenig. Hätte man, statt den Walk of Fame zu kopieren, nicht auch ein historisches Kino renovieren können? Ja, aber. Was bringt das schon für das Stadtmarketing?

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