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Neue OZ: Kommentar zu Deutschland
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Arbeit

    Osnabrück (ots) - Was darf's denn kosten?

    Wie viel darf Arbeit kosten? Traditionell gibt es dazu natürlich verschiedene Ansichten. Und gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten haben Unternehmen ihre Mitarbeiter schnell da, wo sie sie haben wollen: Ihr müsst jetzt verzichten, heißt es dann, sonst verliert ihr leider eure Arbeit, weil wir dichtmachen müssen. Wer wollte da widersprechen?

    Die Uneinigkeit zwischen beiden Seiten hat sich im Laufe von Generationen zementiert. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln warnt - arbeitgebernah - schon wieder vor "überzogenen Lohnerhöhungen", weil Deutschland sonst nicht wettbewerbsfähig bleiben könne. Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hingegen schlussfolgert aus ihrer Studie, dass Deutschland für mehr Wachstum höhere Löhne braucht. Ja, was denn nun?

    Tatsache ist, dass die Exporte der Bundesrepublik weltmeisterlich sind. Und zwar nicht zuletzt wegen der Lohnzurückhaltung der letzten Jahre. Die hat der Exportwirtschaft enorme Gewinne ermöglicht - und den Binnenmarkt gleichzeitig schwächeln lassen. In der Wirtschaftskrise fällt das besonders auf. Während die Exporte noch darniederliegen, ist es deshalb umso wichtiger, dass die Binnennachfrage dem Wachstum auf die Sprünge hilft. Und dafür wären steigende Löhne nun mal von Vorteil.

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