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Neue OZ: Kommentar zu Geschichte
Mauerfall

    Osnabrück (ots) - Auch ein Verdienst der Gäste

    Selten sind ausländische Staatsgäste so willkommen wie bei den Feiern zum Jahrestag des Mauerfalls. Denn ohne die USA und unsere europäischen Verbündeten wäre dieser Glückstag der Deutschen nicht denkbar gewesen. Amerikaner, Franzosen, Briten und viele andere haben in den kritischen Tagen der Wende geholfen, geraten oder geduldig stillgehalten, als die damalige Regierung Kohl die Gunst der Stunde nutzte. Das ist unvergessen. Hier heißt es, Dank zu sagen und sich gemeinsam über den Fall der Diktaturen zu freuen.

    Ganz besonders schön ist die Teilnahme der Gäste aus Moskau. Denn Michail Gorbatschow gebührt das historische Verdienst, dass in den entscheidenden Augenblicken keine Panzer rollten - obgleich damit das sichere Ende seines Sowjetimperiums eingeläutet wurde. Aus Gegnern wurden Freunde oder zumindest Partner, wie auch der Berlin-Besuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zeigt. Besser könnte die außenpolitische Bilanz nach 20 Jahren kaum sein.

    Im Innern sieht es trotz mancher Probleme ähnlich positiv aus. Doch ein Punkt schmerzt: die Gedanken- oder auch Skrupellosigkeit, mit der viele Politiker einen Schlussstrich unter DDR-Unrecht ziehen wollen. Jüngstes Beispiel: die Bildung der rot-roten Koalition in Brandenburg. Diese indirekte Rehabilitierung der Stasi ist ein Schlag ins Gesicht all jener Bürgerrechtler, die letztlich die Mauer öffnen konnten.

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