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Neue OZ: Kommentar zu Bildung
Studie
OECD

    Osnabrück (ots) - Verlässliche Perspektive bieten

    Die Nachricht ist nicht neu: Deutschland hechelt vergleichbaren Industrienationen in Sachen Bildung hinterher. Das Problem ist erkannt, erste Gegenmaßnahmen wie der im Juni geschlossene Hochschulpakt sind eingeleitet. Dass die zusätzlichen Gelder fließen müssen, steht außer Zweifel. Dass noch mehr folgen müssen, auch. Doch allein mit Euro und Cent lassen sich - wie beim Nachhilfeunterricht - Lerneifer und -erfolge nicht erzwingen.

    Zwar qualifizierten sich im Jahr 2008 in Deutschland so viele Schüler wie noch nie für ein Studium. Und auch die Zahl der Erstsemester stieg auf Rekordhöhe. Doch gleichzeitig verzichteten noch nie so viele junge Menschen eines Jahrgangs mit Abitur oder Fachhochschulreife auf den Gang zur Universität. Ein Grund dafür ist das deutsche Bildungswesen selbst, weil es sich momentan als Baustelle darstellt: Verkürztes Abitur mit unaufgeräumten Lehrplänen, Studiengebühren - hier ja, dort nein - sowie verschulte Bachelor-Studiengänge.

    Unter den Abiturienten ist die Unsicherheit bei der Berufswahl groß. Deshalb ist es dringend geboten, Ruhe und Klarheit in das Bildungssystem zu bringen. Hilfreich wäre, nicht nach jeder Studie in Aktionismus zu verfallen. Der Nachwuchs braucht eine verlässliche Perspektive, um nicht die Motivation für höhere Aufgaben zu verlieren. Denn das können wir uns nicht leisten.

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