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Neue OZ: Kommentar zu Thüringen
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    Osnabrück (ots) - Abgang ohne Stil

    Dieter Althaus hat gewiss große Verdienste um Thüringen. Doch sein Abgang lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: jämmerlich. Kein Wort der Erklärung an die erstaunten Bürger, keine Vorwarnung an die engere Führung - so einfach darf sich ein Ministerpräsident nicht aus dem Amt stehlen.

    Empfand Althaus den Unmut an der CDU-Basis etwa als Majestätsbeleidigung? Dies wäre schlimm. Hinzu kommt der unglückliche Zeitpunkt des Rücktritts. Entweder hätte Althaus bereits am Wahlabend gehen sollen, spätestens aber am Tag danach. Dies hätte Stil gehabt. Oder Althaus hätte um seinen Posten kämpfen müssen, auch innerhalb der CDU. Dies wäre zumindest persönlich glaubwürdig gewesen, nachdem er auch im Nachgang seines schweren Skiunfalls jeden Rücktrittsgedanken weit von sich gewiesen hatte.

    Sei's drum. Der Fall Althaus ist ab sofort traurige Geschichte. Die Erfurter CDU sollte sich darüber freuen. Sie hat nun bessere Chancen, doch noch eine Koalition mit der SPD zustande zu bekommen. Auf Bundesebene sieht es da schon schlechter aus. Der klägliche Abgang ihres Vertrauten Althaus ist ein Dämpfer für Kanzlerin Angela Merkel - zumal mit dem Saarländer Peter Müller ein weiterer CDU-Ministerpräsident zum Wahlverlierer und damit zur politischen Belastung für die Union geworden ist.

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