Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu General Motors

    Osnabrück (ots) - Aus einem anderen Jahrhundert

    Es ist eine harte Vollbremsung, doch sie kommt spät: Viel zu lange hat General Motors die Zeichen der Zeit verkannt und antiquierte Benzinfresser auf den Markt geworfen - Autos aus einem anderen Jahrhundert. Die Insolvenz war deshalb überfällig. Nur ein Neuanfang kann GM noch retten.

    Dass die Regierung Obama die Sanierung mit vielen Steuermilliarden unterstützt, ist angesichts der Größe von GM nicht überraschend. Denn es stehen Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel: bei GM selbst, aber auch bei Zulieferern. Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft schon kräftig erschüttert worden ist - man denke nur an die Pleitebank Lehman Brothers und in Schieflage geratene große US-Versicherer. Weitere Schockwellen galt es deshalb zu vermeiden.

    Im Übrigen birgt das aktuelle Krisenmanagement nicht nur milliardenschwere Risiken, sondern auch eine große Chance zur Gestaltung. Denn die vorübergehende Verstaatlichung von GM gibt Obama die Gelegenheit, seinen Forderungen nach einer Wende im Umweltschutz Nachdruck zu verleihen. Neue sparsamere Autos made in USA wären da ein wunderbarer Anfang - und zugleich ein wichtiges Signal, dass die Vereinigten Staaten in der Lage sind, ihre industrielle Basis zu verteidigen. Der Weg zu diesem Ziel wird steinig sein, doch er lohnt sich.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Neue Osnabrücker Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren: