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Neue OZ: Kommentar zu Sri Lanka

    Osnabrück (ots) - Der Löwe hat den Tiger geschlagen. Das Wappentier der Nationalflagge Sri Lankas weht nun auch über dem einstigen Herrschaftsgebiet der Befreiungstiger von Tamil Eelam. Das düstere Kapitel von mehr als drei Jahrzehnten Bürgerkrieg schließt sich mit der Vernichtung der Guerillaarmee, die lange als unbesiegbar galt. Staatspräsident Mahinda Rajapakse hat dem Schrecken ohne Ende ein Ende mit Schrecken vorgezogen.

    Zuvor hatte die Terrorgruppe mehrfach die Möglichkeit ausgeschlagen, bei Friedensverhandlungen Kompromisse zu erzielen. Sie wählte stattdessen Krieg, Terror und blutige Vergeltungsaktionen an sogenannten Verrätern in den eigenen Reihen.

    Die seit Monaten laufende Großoffensive der Armee war aus zwei Gründen erfolgreich: Zum einen setzte die Regierung eine militärische Übermacht mit voller Entschlossenheit ein. Zum anderen war der Rückhalt der Tiger innerhalb der Tamilen von Jahr zu Jahr geschwunden. Dass die Armee nun die Jagd auf die letzten Rebellenführer aussetzt, ist völlig illusorisch.

    Dringend geboten sind aber auch humanitäre Soforthilfen und Planungen für den Wiederaufbau des Nordens. Und vor allem sollte die Regierung in Colombo den Verlockungen des Sieges nicht verfallen. Nach der gewonnenen Schlacht gilt es, faire politische Lösungen mit den Tamilen zu finden, um einem dauerhaften Frieden den Weg zu bahnen.

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