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Neue OZ: Kommentar zu Kirchen
Papst
Israel

    Osnabrück (ots) - Politisches Versagen angeprangert

    Benedikt XVI. hat vor und während seines Nahost-Besuchs stets betont, er sei auf einer Pilgerreise. Vielleicht trug diese bewusste Untertreibung dazu bei, dass der deutsche Papst in Bethlehem und bei seinem Treffen mit Palästinenserpräsident Abbas umso deutlicher Position beziehen konnte: Sein klares Plädoyer für eine Zweistaatenlösung, gegen Terror und für ein friedliches Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen war keine stille Andacht, sondern ein eindringlicher Aufruf zum politischen Handeln.

    Skeptiker mögen sagen, es könnten auch noch 20 weitere Päpste ins Heilige Land kommen, Frieden werde es trotzdem nicht geben. Doch wie Terror und Gewalt beginnen auch Vernunft und Barmherzigkeit in den Herzen und Köpfen der Menschen. Dass letztere Werte in dem aufgeheizten Klima obsiegen, dafür hat Benedikt geworben, aufrichtig, einfühlsam und fair.

    Sein zum Ausdruck gebrachtes tiefes Mitgefühl mit dem Leid der Palästinenser war keine einseitige Schuldzuweisung an Israel. Der Papst hat sich auf beiden Seiten ein Bild von den schrecklichen Folgen des Konflikts gemacht. Der israelische Schutzzaun hat die Terrorübergriffe der Hamas drastisch reduziert. Der Betonwall ist aber zugleich Ausdruck des politischen Versagens auf beiden Seiten, Frieden zu stiften. Wenn der Papst mit seiner Nahost-Reise dieses Versagen anprangern wollte, so hat er dies in Bethlehem erreicht.

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