Alle Storys
Folgen
Keine Story von Neue Osnabrücker Zeitung mehr verpassen.

Neue Osnabrücker Zeitung

Neue OZ: Kommentar zu Niederlande
Feiertag
Anschlag

Osnabrück (ots)

Der Irre von Apeldoorn
Der Anschlagsversuch in Apeldoorn auf die niederländische 
Königsfamilie hat den Nationalfeiertag in einen Nationaltrauertag 
verwandelt. Sechs Menschen riss Karst T. bei seiner Amokfahrt mit in 
den Tod. Eine Wahnsinnstat, die unfassbar, entsetzlich und 
abscheulich ist. Die Angehörigen der Opfer und die Verletzten können 
sich des tiefen Mitgefühls von Königin Beatrix gewiss sein. Und nicht
nur ihres. Die gesamten Niederlande sind geschockt.
Amokläufe wird es immer geben, weil es auch immer Menschen mit 
ausgeprägten psychischen Störungen geben wird, die meinen, ihr 
verkorkstes Leben mit einem blutigen Fanal beenden zu müssen. Karst 
T. war so ein Prototyp des Verlierers. Einen hundertprozentigen 
Schutz gibt es vor solchen Irren nicht, die vor dem eigenen Abgang 
möglichst viele Menschen töten wollen, um es "den anderen noch mal zu
zeigen". Über strengere Waffengesetze nachzudenken, wie nach dem 
jüngsten Schulamoklauf in Deutschland, ist nie verkehrt. Aber das 
Blutbad von Apeldoorn zeigt gerade, dass die Täter bei der Auswahl 
ihres Mordwerkzeugs Fantasie beweisen.
Die niederländischen Sicherheitsbehörden müssen sich jedoch 
kritisch fragen, wie sie es versäumen konnten, die Route der 
königlichen Parade besser abzusichern. Zwar ist Apeldoorn nicht Kabul
oder Bagdad, aber die Sicherheitskräfte müssen das Risiko eines 
Autobombenanschlages mit ins Kalkül ziehen. Statt Karst T. hätte auch
ein Selbstmordbomber am Steuer sitzen können. Königin Beatrix muss 
stärker auf ihre Sicherheit achten - ohne dabei ihrer Volksnähe allzu
sehr zu schaden.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
Weitere Storys: Neue Osnabrücker Zeitung
  • 01.05.2009 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Jüdisches Museum in Berlin

    Osnabrück (ots) - Bange Vorahnung Mehr Raum für das Jüdische Museum in Berlin, obwohl es doch schon so riesig ist? Wer den Libeskind-Bau kennt, wird nicht über diesen scheinbaren Widerspruch stolpern. Denn der Erlebnischarakter, der nun einmal Handschrift und Bekenntnis des Architekten ist, erschwert die sachliche Auseinandersetzung mit den Exponaten ganz erheblich. Das mag nun Ansichts- und Geschmackssache ...

  • 01.05.2009 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Krankenkassen

    Osnabrück (ots) - Problem verschoben Wieder spannt der Bund einen milliardenschweren Schutzschirm auf. Diesmal für die Krankenkassen. Beruhigende Folge: Der Beitragssatz muss in diesem Jahr nicht angehoben werden. Mehr Positives lässt sich allerdings dazu nicht sagen. Denn die Bundesmilliarden lösen kein Problem, sie rücken es nur aus dem Blick der Wähler und verschieben es um zwei Jahre in die ...

  • 29.04.2009 – 22:00

    Neue OZ: Kommentar zu Gesundheit / Schweinegrippe

    Osnabrück (ots) - Prävention statt Panik Es war nur eine Frage der Zeit: Der erste Todesfall außerhalb Mexikos, die ersten Schweinegrippe-Erkrankungen in Deutschland. Auch wenn die WHO noch zögert, die Alarmstufe zu verschärfen: Die Pandemie ist längst da. Fast zwei Dutzend Länder sind durch das Killervirus betroffen. Damit steigt der Druck auf Behörden und Mediziner, alles Erdenkliche zu tun, um für ...