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Neue OZ: Kommentar zu Ausstellung
Jahrestag
BRD

    Osnabrück (ots) - Bekenntnis zur Freiheit

    Mitten in die Diskussion um neue Ostalgie platzt eine Ausstellung, die Maßstäbe setzt - nicht mit ihrer Werkauswahl, sondern mit einem rückhaltlosen Bekenntnis zur Freiheit der Kunst. Zu einem Jahrestag, der sich nicht auf eine Nation, sondern auf eine Verfassung bezieht, ist eine Kunstschau gefragt, die weder einen Ost-West-Proporz noch einen Kanon der Stile abbildet, sondern Position für eine Pluralität bezieht, die sich so erfolgreich allein in einem freiheitlichen Staat entfalten konnte.

    Genau dies war in der DDR nicht der Fall. Die Berliner Kuratoren haben den Mut, mit dem Blick zurück auch den grundsätzlichen Unterschied zweier Systeme zu fokussieren. Fast nebenbei findet nun auch wieder Beachtung, was zuletzt einer ganz eigenen Geschichtsverdrängung zum Opfer gefallen war - die westdeutsche Nachkriegskunst. Vor allem Tendenzen der Abstraktion können als Zeiterfahrungen im Medium des Bildes neu reflektiert werden. Für alles andere bleibt die Schau "Kunst und Kalter Krieg", die in Nürnberg Kunst aus Ost und West konfrontieren wird. Jetzt ist hingegen ein Rückblick ganz anderer Art gefragt.

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