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Neue OZ: Kommentar zu Piraterie

    Osnabrück (ots) - Elegant entsorgt

    Kenias Behörden ist deutscher Dank gewiss. Mit ihrer Bereitschaft, auch die sieben somalischen Piraten des missglückten "Spessart"-Überfalls vor Gericht zu stellen, schaffen sie der Justiz und der Politik in Deutschland ein unkalkulierbares Problem vom Halse. Schon das Überstellungsverfahren wäre kompliziert geworden, der Prozessverlauf erst recht; und die Sorge, dass die Piraten für sich Asyl beantragen und damit die Abläufe weiter erschweren, war auch nicht unbegründet.

    Jetzt ist sie gegenstandslos. Die Erleichterung hierzulande ist nicht zuletzt daran zu erkennen, wie rasch Staatsanwaltschaften und Gericht auf weitere Schritte verzichten. Zwar wird die kurzfristig geschlossene Vereinbarung mit Kenia, die eine solche elegante Entsorgung möglich macht, ihren Preis gehabt haben. Sie ist ihn jedoch auch wert.

    Militäreinsatz und Gerichte mögen Erfolge im Kampf gegen die Piraterie zeitigen. Nach den bisherigen Erfahrungen treffen sie aber nur die kleinen Seeräuber-"Fische". Den Hintermännern der Überfälle ist damit nicht beizukommen. Die machen offenbar inzwischen längst einen lukrativen Zweig des organisierten Verbrechens aus, der international operiert. Den muss man nicht nur auf See und vor Ostafrika bekämpfen, sondern in enger internationaler Polizeikooperation weltweit.

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