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Neue OZ: Kommentar zu Nordkorea

    Osnabrück (ots) - Punktsieg für einen Despoten

    Diktator Kim Jong Il fordert Präsident Barack Obama heraus. Im Vorfeld hatten die USA den nordkoreanischen Abschuss einer Langstreckenrakete verbal attackiert und Konsequenzen angedroht. Im UNO-Sicherheitsrat wurde das Regime nun aber nicht einmal gerügt, da China und Russland dem US-Präsidenten die kalte Schulter gezeigt haben. Dabei hatte Obama erst in Prag erneut von einer atomwaffenfreien Welt gesprochen. Er sieht zudem die UNO als das Gremium an, in dem Regelverstöße sanktioniert werden sollten. Leider eine Illusion. Jetzt zeigt sich, dass Kim Jong Il einen klaren Punktsieg für sich verbuchen kann.

    Offensichtlich verfolgen China und Russland weiterhin andere Interessen, als die Harmoniebekundungen der vergangenen Wochen erwarten ließen. Obama meint es gut, aber das kann auf Dauer zu wenig sein.

    Nordkorea nutzt die Gunst einer noch nach Antworten suchenden neuen US-Regierung, um seine militärische Raketentechnologie auszubauen. Die Atombombe hat Kim Jong Il bereits. Kommt ein funktionierendes Trägersystem hinzu, wächst der Verhandlungsspielraum des Despoten ungemein - mit unkalkulierbaren Risiken. Eine weitere Folge könnte die nukleare Aufrüstung Südkoreas und Japans sein.

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