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Neue OZ: Kommentar zu Nicholson Baker

    Osnabrück (ots) - Kein Zeug zur richtig großen Kontroverse

    Für einen erneuten Historikerstreit wird es nicht reichen. Und nicht einmal eine Neuauflage der Goldhagen-Kontroverse dürfen wir erwarten. Die Thesen von Nicholson Baker sind einfach nicht provozierend genug, um an Denktabus zu rütteln oder stillschweigende und deshalb so bequeme Übereinkünfte zu irritieren. Oder glaubt Baker wirklich, es gäbe in der westlichen Welt genau jene Mehrheit für den Irak-Krieg, die er nun herausfordern könnte?

    Vor allem stimmen die Parallelen einfach nicht, mit denen der Autor operiert. Der Kampf gegen Hitler und die Abwehr des Terrorismus: Das sind zwei so unterschiedliche Szenarien, dass die Analyse des einen bei der Beurteilung des anderen nicht weiterhelfen kann. Was bleibt, ist die Frage, die sich freie Gesellschaften immer stellen müssen, wenn sie Gefährdungen der Freiheit abwehren wollen: Was taugt eine Verteidigung der Freiheit, wenn sie ohne deren Einschränkung nicht auskommt? Antworten gibt es stets nur im einzelnen Fall.

    Die Gefängnisse von Abu Ghraib und Guantánamo zeigen, welcher Irrweg im aktuellen Fall beschritten wurde. Gegen solche Wirklichkeit nimmt sich Bakers Provokation beinahe beruhigend harmlos aus. Wie überflüssig.

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