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Neue OZ: Kommentar zu Konjunktur
EZB
Zinsen

    Osnabrück (ots) - Noch mehr Bankenhilfe

    Die erneute Senkung des EZB-Leitzinses auf das bisher noch nie erreichte Tief von 1,5 Prozent nützt der Konjunktur wenig. Viel stärker hilft sie den Geschäftsbanken. Sie werden das jüngste geldpolitische Signal aus Frankfurt zum Anlass nehmen, Sparern niedrigere Zinsen für ihre Einlagen zu zahlen.

    Kredite dürften dagegen kaum noch billiger werden. Erstens: Weil die Nachfrage in der jetzigen Wirtschaftskrise wegen zu hoher Risiken in vielen Fällen gar nicht bedient wird. Und zweitens: Weil es - abgesehen von Autokäufern - derzeit zu wenige selbstbewusste Darlehnsinteressenten gibt, die die Anbieter gegeneinander ausspielen könnten. Stattdessen wird mehr gespart. Es mag ja sein, dass die vergrößerte Zinsmarge irgendwann zu mehr Vertrauen der Banker untereinander und zu einer Normalisierung ihres Geschäfts führt.

    Das könnte auch der Realwirtschaft helfen. Fragt sich nur, ob Finanzmarktjongleure neben staatlicher Rettung auch diese Hilfe noch verdient haben. Der Abwärtsstrudel, in den sie die Wirtschaft gerissen haben, muss gewaltig sein. So gewaltig, dass die EZB derzeit die Versorgung von Unternehmen und Bürgern mit billigem Geld als ihre Hauptaufgabe ansieht, obwohl sie eigentlich vorrangig Hüterin des Euro sein soll. Um den muss man wegen der explodierenden Staatsverschuldung auf Dauer wirklich besorgt sein.

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