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Neue OZ: Kommentar zu Nahost
Gaza

    Osnabrück (ots) - Freude rein rechnerisch

    Ein Freudentag für die Palästinenser im Gazastreifen? Immerhin sind ihnen dreieinhalb Milliarden Euro Aufbauhilfe versprochen, macht rechnerisch mehr als 2000 für jeden. Aber nur, wenn die Hamas das Geld verteilen darf. Schließlich herrscht sie im Gazastreifen, und das total. Sie bekommt das Geld aber nicht, weil Hamas Israel vernichten will und logischerweise den westlichen Gebern als Terroristentruppe gilt.

    Weshalb die das Geld der mit Hamas verfeindeten Fatah-Regierung der Palästinenser im Westjordanland geben wollen. Also denjenigen, deren extreme Korruption und Misswirtschaft der Hamas den Boden erst bereitet haben. Wenn nun aber doch Geld nach Gaza fließt? Dann wird Israels Blockade sogar verhindern, dass sich die Palästinenser damit israelischen Zement kaufen, um von Israel zerstörte Häuser wieder aufzubauen. Zumindest solange die Hamas regiert.

    Und wenn die Fatah das Geld ausnahmsweise nicht auf Funktionärskonten lenkt, die Hamas eine friedliche Verwendung gewährleistet, Israel die Blockade aufhebt? Dann bleibt immer noch die Gefahr allgegenwärtig, dass alles neu Aufgebaute in einem nächsten Waffengang zerschlagen wird. Schließlich haben in Ägypten fast 80 Regierungen über Hilfe für den Gazastreifen geredet - bloß nicht mit den Kriegsparteien. Welcher Palästinenser sollte sich da auf ein Ende seiner Not, welcher Israeli auf Frieden freuen?

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