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Neue OZ: Kommentar zu Ägypten
Kairo
Terrorismus

    Osnabrück (ots) - Kein extrem unsicheres Reiseland

    Vom sogenannten Urlaubsparadies Ägypten mag man halten, was man will, aber es ist kein extrem unsicheres Reiseland. Der jüngste Anschlag in Kairo fügt sich zwar in eine Reihe von Attacken ein. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen der ägyptischen Regierung haben jedoch eine echte Terrorwelle von El Kaida und anderen Fanatikern vermeiden können. Bislang jedenfalls. Im Geburtsland der radikalen muslimischen Bruderschaft liefern sich Reformkräfte, Nationalisten und islamistische Fundamentalisten seit Jahrzehnten einen Machtkampf, den Präsident Mubarak unter Kontrolle halten konnte - mit teils undemokratischen Mitteln.

    Unter seiner Regie entwickelte sich das Land der Pyramiden, Tempel und Pharaonen zugleich zu einem Zentrum des globalen Massentourismus. Zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes macht das Geschäft mit Urlaubern aus aller Welt in dem Entwicklungsland mittlerweile aus. Hinter der abstrakten Zahl verbergen sich unzählige Ägypter, die davon ihre Familien ernähren - vom Tauchlehrer über den Kellner bis hin zum Bauleiter eines neuen Hotels. El-Kaida-Vize el Sawahiri, ein Ägypter, würde zweifelsohne am liebsten das Mubarak-Regime stürzen und alle Hotels für Ausländer schließen. Solange aber solche Fanatiker in Kairo nichts zu melden haben, lässt sich in Ägypten Urlaub machen.

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