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Neue OZ: Kommentar zur Tarifeinigung bei der Bahn

    Osnabrück (ots) - Bahnkunden können aufatmen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als ein elendig langer Tarifstreit regelmäßig für Chaos auf den Bahnhöfen sorgte, haben sich Konzernvorstand und Gewerkschaften diesmal erstaunlich und auch erfreulich schnell geeinigt. Weitere Streiks im Zugverkehr sind damit wohl abgewendet. Das gibt Pendlern und Reisenden Planungssicherheit - zumindest unter Berücksichtigung der üblichen Zuverlässigkeit.

    Zu verdanken ist die Einigung ausgerechnet Personalvorstand Hansen. Der ehemalige Chef der Gewerkschaft Transnet war im Mai 2008 zur Arbeitgeberseite übergelaufen und mit der Ankündigung eines Stellenabbaus sofort in die Rolle des Buhmanns geschlüpft. Die Gewerkschafter hätten also trotz der Reibereien untereinander allen Grund gehabt, Hansen in den Verhandlungen zappeln zu lassen.

    Doch letztlich war ein weiteres Taktieren keine Alternative. Für die Konzernleitung nicht, weil der Imageschaden nach den jüngsten Pleiten - Stichworte: Börsengang, Schalterzuschläge, Korruptionsbekämpfung - eh schon kaum zu reparieren ist. Und für die Gewerkschaften nicht, weil sie sich mit neuen Streiks nur dem Zorn der Reisenden und der kriselnden Wirtschaft ausgesetzt hätten. Wohl kaum ein Kunde hätte Verständnis für die Ablehnung des gut nachgebesserten Tarifangebots gezeigt.

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