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Neue OZ: Kommentar zu Börse
Konjunktur

    Osnabrück (ots) - Horror mit Heilkraft?

    Auch 2008 wird ein Jahr der Aktie - davon überzeugt zeigten sich vor zwölf Monaten Banken, Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter. Heute weiß man, dass sie sich mit ihrer Prognose eines DAX-Anstiegs auf einen Wert zwischen 8300 und 8700 Punkten zum Ende dieses Jahres bis auf die Knochen blamiert haben.

    Das wird die Profis der Geldbranche aber nicht davon abhalten, Privatanlegern auch im neuen Jahr Investitionen an der Börse schmackhaft zu machen - schließlich lebt die Finanzindustrie davon. Doch gerade die risikoscheue Klientel, die 2008 die Kurse etwa bei den als besonders krisenfest geltenden "Blue Chips" Bayer und RWE um ein Drittel oder bei Daimler um fast 60 Prozent abstürzen sah, wird sich mit neuen Aktienkäufen schwertun. Wer sollte es ihr verdenken, wenn derzeit sogar institutionelle Investoren wie Versicherungen die Finger von Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen lassen, wie es zum Beispiel die Hannover Rück verkündet hat.

    Auf der anderen Seite liegt genau darin die Chance, sich günstig mit neuen Aktien einzudecken und es den Profis, von denen keiner den Absturz 2008 kommen sah, wirklich einmal zu zeigen. Eine Garantie für den Erfolg dieser Strategie gibt es nicht. Doch wenn Privatanleger jetzt endlich kritischer über ihr Engagement und ihr latentes Verlustrisiko nachdenken, aber auch über Chancen von Unternehmen, dann könnte das Horrorjahr 2008 für Börse und Marktwirtschaft sogar heilsame Kräfte entwickelt haben.

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