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Studie: Der Preis ist nicht alles - Kunden wollen dem Handel vertrauen können

München (ots) -

   - Niedrige Preise alleine stehen für deutsche Verbraucher nicht 
     mehr so stark im Vordergrund, wie noch in den letzten Jahren 
   - Kriterien wie Qualität, Transparenz und Konstanz des Angebots 
     gewinnen an Relevanz 
   - Gegenteiliger Trend in den USA 
   - Unaufgeforderte Telefonanrufe, Couponaktionen und 
     Musikberieselung werden abgelehnt 

Statt Sonderangeboten und Tiefstpreisen wünschen sich die Verbraucher in Deutschland dauerhaft faire Preise, langfristig gute Qualität sowie schnellen und unkomplizierten Zugang zu ihrer Ware. Der Trend geht damit weg von der reinen Preisorientierung hin zu einer stärkeren Bewertung des Gesamtangebots. Die Verbraucher wollen stärker als bisher einen Einzelhandel, dem sie vertrauen können. Das ist das Ergebnis des AlixPartners Consumer Sentiment Index 2008, einer aktuellen Studie für die AlixPartners mehr als 12.000 Konsumenten in Westeuropa und den USA befragt hat.

"Insbesondere in Deutschland war der Preis in den letzten Jahren das stärkste Verkaufsargument. Doch zu viele Sonderangebote werden von den Verbrauchern zunehmend kritisch betrachtet", kommentiert Detlev Schauwecker, Managing Director bei AlixPartners, das Ergebnis der Studie. Stärker geschätzt als bisher wird von den Verbrauchern heute ein vertrauenswürdiges Angebot, das heißt faire und vor allem konstante Preise, transparente und klar sichtbare Preisauszeichnungen, sowie ein klar strukturiertes Angebot, das nicht zu viele unterschiedliche Preispunkte benötigt. "Nach vielen Jahren des Discountbooms mit spektakulären Preisschlachten hat der Verbraucher gelernt, nicht nur den jeweiligen Aktionspreis, sondern das Gesamtangebot zu bewerten. Dazu gehören unter anderem die Qualität der Ware, die Transparenz und Konstanz des Angebotes sowie ein einfacher Umtausch", so der AlixPartners Experte für Handel und Konsumgüter Schauwecker.

Gegenteiliger Trend in den USA

Während in Deutschland Produktqualität und Zugänglichkeit der Ware an Bedeutung für den Verbraucher gewonnen hat, stellt die AlixPartners-Studie für die USA einen gegenteiligen Trend fest. Für die US-Verbraucher gewann ein möglichst niedriger Preis im letzten Jahr als Kaufargument deutlich an Bedeutung. Erstmals seit zehn Jahren stufen die Verbraucher in den USA niedrige Preise als wichtigstes Kriterium für ihre Kaufentscheidungen ein. Dafür sind sie auch bereit bei Produktqualität, Service und Einkaufskomfort Einschränkungen hinzunehmen.

Gleichzeitig stellte die AlixPartners-Studie fest, dass die meisten US-Verbraucher unabhängig von ihrem Einkommensniveau sich angesichts der schwierigen Lage der US-Wirtschaft darauf einrichten, ihr Konsumniveau eine Stufe herunterzuschalten. So gaben Kunden von Qualitäts-Einzelhändlern im höheren Segment an, zukünftig eher auch in Kaufhäuser zu gehen und Kaufhauskunden gaben an, ihren Bedarf verstärkt auch im Discount- und Massenbereich decken zu wollen.

Service nur, wenn er auch gebraucht wird

Zusätzliche Serviceangebote werden von den deutschen Verbrauchern allerdings nur dann geschätzt, wenn sie als nützlich oder notwendig empfunden werden. Einpackservice oder Bringdienste, in den USA kaum aus dem Angebot der Händler wegzudenken, haben sich auch 2007 in Deutschland nicht durchgesetzt.

Kundenbindungsprogramme und Coupon-Aktionen finden bei Konsumenten in den USA grundsätzlich eine höhere Akzeptanz als in Europa. Die deutschen Verbraucher lehnen es der Studie zufolge mehrheitlich ab, Zeit für das Sammeln von Coupons und Bonusmarken aufzuwenden. Auch in Großbritannien geht der Trend, fragt man die Verbraucher, eindeutig weg von derartigen Marketingaktionen.

Unabhängig von unterschiedlichen Kulturen und Einkaufsgewohnheiten bevorzugen die Konsumenten in Europa ähnlich wie in den USA solche Einzelhändler, die sie fair behandeln und denen sie langfristig vertrauen können. Daneben wünschen sich die Kunden vor allem einen respektvollen Umgang. Freundliches Personal sowie saubere und übersichtliche Verkaufsräume stehen in allen Ländern mit an der Spitze der Kriterien für einen guten Einkauf.

Fast allergisch reagiert der Verbraucher dagegen insbesondere in Europa auf Angebote, die er für überflüssig hält, sowie aufdringliche und zeitraubende Marketingaktionen. Als indiskutabel werden vor allem unangemessene oder nutzlose Angebote betrachtet. Unaufgeforderte Telefonanrufe, "gestyltes" Verkaufspersonal und Musikberieselung werden als überflüssig empfunden und abgelehnt.

Einige weitere Ergebnisse des AlixPartners Consumer Sentiment Index für Deutschland im Einzelnen:

   - Wichtigstes Kaufargument für den Verbraucher ist nach der 
     aktuellen AlixPartners-Studie die effiziente Abwicklung des 
     Einkaufs.
   - Der einfache Umtausch der gekauften Ware wird von Verbrauchern 
     deutlich höher bewertet als Serviceleistungen wie z.B. ein 
     Einpackservice. Eine klare Botschaft an den Handel.
   - Ein ausreichendes Parkplatzangebot hat für die meisten Kunden 
     eine hohe Priorität und ist wichtiger als beispielsweise ein 
     zusätzlicher Internet Bestellservice.
   - Service wird nur dort als wichtig empfunden, wo er auch 
     tatsächlich gebraucht wird. Kompetente Beratung spielt z.B. in 
     Baumärkten eine große Rolle, während im Lebensmitteleinzelhandel
     die Beratung weniger wichtig ist.
   - Längere Öffnungszeiten werden z.B. bei Warenhäusern höher 
     bewertet als im Textileinzelhandel. 

Einzelhändler müssen sich stärker auf ihre Zielgruppen einrichten Gut schneiden in der AlixPartners-Studie vor allem die Händler ab, die ein klares, konsistentes Konzept und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis vorweisen können. Hier fühlt sich der Verbraucher fair behandelt und kann aus einem klar strukturierten Angebot unkompliziert und effizient seinen Einkauf erledigen. "Die starke Preisorientierung der letzten Jahre hat sich weiterentwickelt. Der absolute Produktpreis steht nicht mehr allein im Vordergrund. Die Faktoren Zeitaufwand, einfacher Umtausch und eine kompetente Beratung, wenn der Verbraucher sie benötigt, haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen", fasst Detlev Schauwecker zusammen.

"Für den Handel bedeutet dies vor allem, dass er sein Angebot noch stärker auf die Zielgruppe und deren Bedürfnisse ausrichten muss. Denn nur, was die Zielgruppe braucht, honoriert sie auch. Wem dies gelingt, der hat die Chance, sich eine treue Kundschaft aufzubauen und sich aus dem harten Preiskampf der letzten Jahre ein wenig zu lösen", erklärt der Retail-Spezialist Schauwecker.

Der AlixPartners Consumer Sentiment Index

Der AlixPartners Consumer Sentiment Index wird seit 1999 erstellt. Insgesamt wurden seither mehr als 176 000 Verbraucher in den USA, Asien und Europa befragt. Für die aktuelle Studie wurden mehr als 7400 Verbraucher in den USA sowie mehr als 5000 in Westeuropa befragt. Die 63 Fragen der Studie zielen darauf ab, zu erfahren, worauf es den Verbrauchern bei der Interaktion mit dem Einzelhandel am stärksten ankommt.

Über AlixPartners

Mit rund 800 Mitarbeitern in weltweit dreizehn Büros und über 1500 abgeschlossenen Projekten seit der Gründung im Jahr 1981 zählt AlixPartners international zu den führenden Experten für Turnarounds und Ertragssteigerungsprogramme. AlixPartners setzt ausschließlich erfahrene Führungskräfte aus Industrie und Beratung ein, die vielfach als Manager auf Zeit auch operative Führungsverantwortung übernehmen. AlixPartners ist seit dem Jahr 2003 mit eigenen Büros in Deutschland vertreten. Zum Team um die Geschäftsführer Roman Zeller und Ulrich Wlecke zählen derzeit rund 65 Mitarbeiter.

Über die AlixPartners Industry Focus Group Handel und Konsumgüter

Im Consumer Goods/Retail-Bereich verfügt AlixPartners über ein hochkarätiges europäisches Team aus profilierten Handels- und Kosumgütermanagern sowie über langjährige Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Kunden wie z.B. Kmart, Toys `R us und Karstadt. In Deutschland koordiniert Detlev Schauwecker als Managing Director die AlixPartners-Aktivitäten im Bereich Handel und Konsumgüter.

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