Europäisches Umweltbüro Brüssel: Nichtregierungsorganisationen fordern strengere Quecksilberbeschränkungen

    Brüssel/Madison, WI/Washington, DC/Nürnberg (ots) -  Rechtsanwälte fordern  die Regierungen weltweit auf, Quecksilberexporte zu verurteilen und die globale Quecksilberintoxikation zu verringern (24. UNEP "Governing Council" in Nairobi 5. bis 9. Februar). "Die Regierungen müssen zu einer Reduzierung der Quecksilberbelastung kommen" sagt Elena Lymberidi von der Antiquecksilber-Koalition. "Quecksilber vergiftet das Gehirn, wirkt neurotoxisch für alle von uns und für kommende Generationen, selbst im Niedrigdosisbereich. Deshalb müssen die Beschlüsse dieser Konferenz in Nairobi weltweit verbindlich werden".

    In den vergangenen fünf Jahren, seit dem Report der UNEP über den globalen Einsatz von Quecksilber, gab es keine signifikanten Einschränkungen der weltweiten Verwendung dieses hochtoxischen Materials, so der Handelsreport der UNEP. Der Handel hat sich in den vergangenen 10 Jahren auf etwa 3.500 Tonnen jährlich eingependelt. Zwar ging der Verbrauch in den Industrieländern zurück, doch wurden die Entwicklungsländer mit einem steigenden Prozentsatz dieses toxischen Metalls bedacht. Auch die Luftverschmutzung hat in den vergangenen 15 Jahren zugenommen.

    Die NGOs fordern deshalb:

    1. Ein weltweit verbindliches Abkommen zu Quecksilber
    2. Einbeziehung der Ergebnisse des soeben vorgelegten UNEP-Reports
(www.zeromercury.org/UNEP_developments/070130NGOs_adressing:Global_Me
rcury_Crisis_for_2007_UNEP_GC.pdf)
    3. 70%ige Reduzierung der weltweiten Quecksilbernachfrage bis zum
         Jahr 2017
    4. weltweiten Emissionsreport der UNEP zur nächsten Konferenz über
         Quecksilber, um hinsichtlich weiterer Maßnahmen verhandeln zu
         können 5. Reduktion des Quecksilberverbrauchs beim
         Goldschürfen, ebenso Reduktion des Exports aus den
         Industrieländern
    6. Unterstützung dieser Aktivitäten in den Entwicklungsländern
         durch Finanzierungshilfen der Industrieländer

    Quecksilber als äußerst potentes Nervengift schädigt Gehirn und Nervensystem selbst im Niedrigdosisbereich. Babies und Kleinkinder, die das in der Nahrungskette angereicherte Methylquecksilber abbekommen (Anreicherung besonders in großen Fischen wie Thunfisch oder Schwertfisch), tragen die größten Schäden davon.

    UNEP (= oberster Umweltschützer) 2002: "Obwohl die Datenlage noch nicht vollständig ist, stellt Quecksilber aufgrund ausführlicher Forschungsarbeit über ein halbes Jahrhundert hinweg eine Problematik dar, die jetzt intanationales Handeln erforderlich macht". (http:/chem.unep.ch/Mercury/Report/Key-findings.htm).

    Kontakt:

    Elena Lymberidi, Europäisches Umweltbüro* Brüssel: Tel. 0032 (0)22891301, elena.lymberidi@eeb.org; Monika Frielinghaus, VHUE e.V., Tel. 09134-909008, Fax: -707100, www.umweltbedingt-erkrankte.de

    *Zusammenschluss von etwa 150 Nichtregierungsorganisationen aus den Beitrittsländern der EU

Pressekontakt:
Monika Frielinghaus, VHUE e.V., Tel. 09134-909008, Fax - 707100