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Vertreter von Ökologischer Lebensmittelwirtschaft und Biolandbau sagen Delegationsreise mit Bundesministerin Aigner ab

Mainz (ots) - Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft und Thomas Dosch, Bioland Präsident und BÖLW-Vorstand, sagten heute ihre Teilnahme an der Delegationsreise von Bundesministerin Ilse Aigner nach Indien ab.

Grund für die Absage ist die von der Regierungskoalition im Deutschen Bundestag eingeleitete Abschaffung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL). Die Bundestagsfraktionen von Union und FDP verständigten sich gestern im Haushaltsausschuss auf Initiative des CDU Agrarsprechers Peter Bleser - der an der Indien-Reise teilnehmen wird - und seiner Kollegin Christel Happach-Kasan von der FDP darauf, eine Öffnung des Bundesprogramms Ökologischer Landbau für konventionelle Landwirtschaft vorzunehmen. Das BÖL dient insbesondere der praxisorientierten Forschung im Bereich der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. (Siehe die Pressemitteilung des BÖLW vom 11.11.10 http://www.boelw.de/pm+M5031c145842.html und des Bioland e.V. vom 11.11.10 http://www.bioland.de/presse/pressemitteilung/article/991.html ).

"Der Kurswechsel der Regierungskoalition ist für uns nicht nachvollziehbar. Statt die Leistungen einer ökologischen Landwirtschaft anzuerkennen und dessen Potentiale aufzugreifen, werden alte Grabenkämpfe zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft wieder belebt. Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf, Vernunft walten zu lassen und angesichts der massiven Forschungsförderung im Bereich Gentechnologie die Mittel im Bundesprogramm Ökologischer Landbau weder zu kürzen, noch für Maßnahmen einer konventionellen Landwirtschaft zu öffnen.

Dieser Vorgang hat die Vertrauensgrundlage, dass der Ökologische Landbau den für Agrarpolitik Verantwortlichen der Koalition ein ernsthaftes Anliegen ist, erschüttert. Wenn es bei der Reise von Ministerin Aigner eher um die Exportchancen einer industriellen Landwirtschaft geht, macht eine Beteiligung von Vertretern des Ökolandbaus keinen Sinn. "In einer solchen Situation ist stattdessen unsere Präsenz in den grundsätzlichen Auseinandersetzungen um die Zukunft der deutschen Agrarpolitik zu Hause gefordert", sind sich Löwenstein und Dosch einig.

Indien ist mit 800.000 Biobauern eines der wichtigsten Länder in der Welt des Ökologischen Landbaus. Dort lässt sich wie kaum in einem anderen Land des Südens zeigen, wie groß die Möglichkeiten des ökologischen Landbaus zur Bewältigung der großen Herausforderungen von Landwirtschaft und Ernährung in einer Zeit zunehmenden Hungers und großer Umweltprobleme sind. Vor diesem Hintergrund hatten die Ökolandbauvertreter die Einladung zur Indienreise angenommen.

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