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Toleranzschwelle für verbotene GVO: EU-Kommission kapituliert vor ökonomischen Interessen zu Lasten von Verbrauchern und Umwelt
Bioland fordert Nulltoleranz für nicht zugelassene Genpflanzen

Mainz (ots) - Die EU-Kommission will die bisher geltende Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Lebens- und Futtermitteln aufgeben. Dies würde bedeuten, dass zukünftig Agrarprodukte wie Soja, Mais oder Reis mit Verunreinigungen von nicht zugelassenen GVO in die EU importiert werden könnten. Dabei verhält sich die EU-Kommission besonders trickreich. Sie plant nicht nur die Einführung einer Toleranzschwelle von 0,1 %, sondern will den Mitgliedstaaten zusätzlich einen Spielraum geben. Danach sollen die Länder erst bei zwei- oder dreifacher Überschreitung der EU-Toleranzschwelle verpflichtet werden, die Warenimporte zu verweigern. Damit reagiert die EU-Kommission auf den Druck von Futtermittelimporteuren und Tiermastbetrieben.

"Ökonomischer Druck ist der schlechteste Ratgeber, wenn es um sicherheitsrelevante Entscheidungen geht. Toleranzen gegenüber vom EU-Gesetzgeber nicht zugelassenen GVO stellten eine grobe Missachtung des Verbraucher- und Umweltschutzes dar", kritisiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland die Planungen der EU-Kommission. Bioland fordert zum Schutz von Verbrauchern und Umwelt den Fortbestand der bisherigen Regelung und damit die Nulltoleranz für nicht zugelassene GVO-Pflanzen.

Über die Tatsache hinaus, dass nicht zugelassene GVO-Pflanzen keine Sicherheitsprüfung nach EU-Vorgaben durchlaufen haben, wären entsprechende Verunreinigungen für Verbraucher nicht zu erkennen. Noch immer gibt es auf EU-Ebene keine Kennzeichnungspflicht von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch oder Eiern, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen wie Gensoja oder Genmais gefüttert wurden. "Die Auswirkung dieser Kennzeichnungslücke wird noch gravierender, wenn jetzt verbotene GVO ins Spiel kommen. Die Mehrheit der Verbraucher will keine Gentechnik auf dem Teller. In der Produktion ohne Gentechnik liegt die Zukunft der deutschen Landwirtschaft", so Dosch.

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