MDS Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen

"Tag der Zahngesundheit" - MDS empfiehlt Eltern von Kleinkindern gesunde Alternativen zur Nuckelflasche

Essen (ots) - Schon bei den Kleinsten ist der Speichel eminent wichtig und legt den Grundstein für künftige Mundgesundheit. Erhalten Säuglinge oder Kleinkinder permanent eine Saugerflasche mit süßem Inhalt, wird der Speichel weggeschwemmt, und es bildet sich innerhalb von wenigen Monaten Karies an den Milchzähnen. Darauf weist der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) anlässlich des diesjährigen "Tages der Zahngesundheit" am 25. September hin. Dieser steht unter dem Motto "Gesund im Mund, aber bitte mit Spucke!" "In der Konsequenz heißt das: Schluss mit dem Dauernuckeln!", sagt Zahnarzt Dr. Harald Strippel, der das Fachgebiet Zahnmedizin beim MDS leitet.

Die frühkindliche Karies scheint zuzunehmen. Bereits im Alter von zwei bis drei Jahren sind fünf bis 15 Prozent der Kinder betroffen, schätzt der MDS, in manchen Kindertageseinrichtungen sogar bis zu 40 Prozent. Im frühen Kindesalter handelt es sich fast immer um Nuckelflaschenkaries, später vermehrt um "allgemeine Karies", die bekanntlich durch ein Zuviel an süßen Nahrungsmitteln und Getränken ausgelöst wird. "Etwa ab dem 6. Lebensmonat können Kinder ohne Unterstützung sitzen, in diesem Alter kommt auch der erste Milchzahn. Geben Sie ab dann Ihrem Kind zum Durstlöschen zuckerfreien Tee oder Wasser mit einem Becher. Das ist viel besser als Dauernuckeln an der Saugerflasche," empfiehlt Strippel. Weitere praktische Tipps zum zahngesunden Trinken geben die MDS-Experten in dem Faltblatt "Babys Zähne gut gepflegt" ( http://www.mds-ev.de/Zahnmedizinische_Prophylaxe.htm )

Speichel und Nuckelflaschenkaries

Was hat aber die Nuckelflaschenkaries mit dem Speichel zu tun? Speichel beugt der Kariesentstehung vor. Der Nuckel an der Flasche verhindert, dass der Speichel an die oberen Vorderzähne gelangt. Ist süße Flüssigkeit in der Flasche, zum Beispiel ein Tee-Saft-Gemisch, sind die Zähne damit umspült. Kariesbakterien in der Plaque führen dann ganz schnell zur kompletten Zahnzerstörung. "Der Nuckelflaschengebrauch ist deshalb nachts besonders gefährlich, denn dann wird kaum Speichel produziert", erläutert Strippel. "Milchzähne und bleibende Zähne sollen den größten Teil des Tages und der Nacht von Speichel umgeben sein. Der Speichel füllt Mineralverluste am Zahn, wie sie durch süße Nahrungsmittel und Getränke plus Plaque auf den Zähne erzeugt wird, immer wieder auf."

Gesundheitsaufklärung reicht allein nicht aus Aufklärung durch die Kinderärzte in den Vorsorgeuntersuchungen allein reicht nicht aus, um das Verhalten in den Familien zu ändern. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der MDS mit 14.000 Müttern durchgeführt und unter dem Titel "Gesundheitsaufklärung bei Kinderarzt und Zahnarzt" veröffentlicht hat. Dabei sind sozial schwache und Migrantenfamilien dreimal so häufig von Karies betroffen. "Effektiver wäre es zum Beispiel, durch eine 'aufsuchende Gesundheitsberatung' die Nuckelflaschenkaries zu verhindern" sagt MDS-Experte Strippel. Dabei klären Prophylaxehelferinnen oder Kinderkrankenschwestern Eltern mit besonderen sozialen Risiken direkt in deren Wohnung auf. Ebenfalls ermutigend sind die Ergebnisse von Studien, die eine frühzeitige Anwendung von Fluoridlack auf den Prüfstand stellten. Das kann in Kindertagesstätten und in Zahnarztpraxen durchgeführt werden. "Am effektivsten wäre aber ein Verbot von Kunststoff-Saugerflaschen in den Mitgliedsländern der Europäischen Union", sagt Strippel. "Eltern überlassen nämlich den Kindern nur Plastik-Flaschen, nicht aber Glasflaschen zur Selbstbedienung und zum Dauernuckeln."

Das Buch "Gesundheitsaufklärung bei Kinderarzt und Zahnarzt" können Sie beim MDS beziehen.

Eine Reihe von Vorschlägen zur Bekämpfung der frühkindlichen Karies haben die Spitzenverbände der Krankenkassen in ihrem Konzept zur zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe ( http://www.mds-ev.de/Zahnmedizinische_Prophylaxe.htm ) zur Anwendung empfohlen.

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