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Ärzteorganisation: Die Globalisierung des deutschen Gesundheitswesens verhindern

Erkrath (ots) - "Das deutsche Gesundheitswesen steht kurz vor einer Globalisierung und Amerikanisierung", warnt Martin Grauduszus, Präsident der "Freien Ärzteschaft" (FÄ): "In diesem globalisierten Gesundheitswesen wird der Patient zur lästigen Kostenstelle. Der Arzt wird vom Anwalt der Patienten zum Profitcenter der Konzerne", sagt der Hausarzt aus NRW im Vorfeld des Deutschen Ärztetages in Ulm. Der Bundesärztekammer und der großen Koalition wirft er vor, diese Politik kritiklos und willfährig zu unterstützen.

"Noch beneidet uns die Welt um unser ambulantes Gesundheitssystem. Es bietet eine wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung auf höchstem Niveau für alle. Die Effizienz des Systems übertrifft die vieler vergleichbarer Staaten", sagt Grauduszus. Aber vor allem die Ärzte in freier Praxis würden seit geraumer Zeit von der Politik gezielt behindert und vor allem finanziell ausgehungert: "Man kann hier eine gezielte Vernichtungspolitik erkennen. So wie vor einigen Jahren die kleinen und mittleren Bauernhöfe zugunsten der Agrarkonzerne platt gemacht wurden, so sollen jetzt die mittelständischen Strukturen im Gesundheitswesen zerstört werden, um lästige und etablierte Konkurrenz aus dem Felde zu räumen", sagt er. Die Konzerne mit ihren anonymen Massen-Ambulanzen hätten bei einem fairen Wettbewerb keine Marktchancen.

Unterstützung fänden die Konzerne durch willige Helfer bei Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), in der Bundesärztekammer in Berlin und im Bundesgesundheitsministerium, in dem einzelne Klinikkonzerne sogar ehemalige Mitarbeiter in verantwortlicher Position platziert hätten. Auch die Bundesärztekammer plane jetzt offenbar ein neues fünfstufiges Versorgungssystem, das in kürzester Zeit die heutige Versorgungskultur mit wohnortnaher haus- und fachärztlicher Betreuung der Bevölkerung zerstören würde: "Einem großen Teil der Arztpraxen wird so die Existenzgrundlage entzogen - und wir müssen annehmen, dass das so gewollt ist", sagt Grauduszus: "Die Bundesärztekammer macht sich so zum Erfüllungsgehilfen einer menschenfeindlichen Globalisierung".

"Bleibt es bei dieser Politik, bleiben alle auf der Strecke: Ärzte, hunderttausende Mitarbeiter in den Praxen und vor allem die Patienten. Denn Ziel der internationalen Gesundheitskonzerne ist die Profitmaximierung für die Aktionäre, nicht die humane und medizinisch optimale Versorgung der Patienten", warnt Grauduszus.

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