Schmerztherapeuten lehnen einstimmig die neuen Leistungsverzeichnisse für gesetzlich Versicherte ab

    Frankfurt (ots) - Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, der größten europäischen Schmerzfachgesellschaft, haben die Mitglieder der Gesellschaft am 9. März auf dem Deutschen Schmerztag in Frankfurt beschlossen: »Aus Sorge um die Versorgung der chronisch schmerzkranken Patienten in Deutschland lehnt die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie die Abbildung der Schmerztherapie in den Leistungsverzeichnissen für gesetzlich Versicherte (EBM 2000plus) in ihrer aktuellen Form ab. Diese Leistungsverzeichnisse sollen am 1. April in Kraft treten. Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand mit Krankenkassen und der kassenärztlichen Bundesvereinigung zu verhandeln. Das Ziel ist, schmerztherapeutische Leistungen entsprechend dem Versorgungsbedarf in die Leistungsverzeichnisse aufzunehmen.«

    Diesen Beschluss fasste die Mitgliederversammlung der Gesellschaft einstimmig.

    Sollten keine adäquaten Lösungen bis zum 1. April gefunden werden, empfiehlt die Mitgliederversammlung darüber hinaus, bundesweit die schmerztherapeutischen Praxen vom 1.-9. April urlaubsbedingt zu schließen und in dieser Zeit die notwendige Umstrukturierung vorzunehmen. Wenn die neuen Leistungsverzeichnisse unverändert in Kraft treten, werden die Schmerztherapeuten ihre hochqualifizierte Therapie für Schmerzpatienten nicht mehr erbringen können. Da die Schmerztherapie bislang kein eigenständiges Fachgebiet ist, werden die Ärzte unter diesen Umständen wieder in ihrem ursprünglichen Fachgebiet arbeiten, etwa als Anästhesisisten, Allgemeinmediziner, Orthopäden oder Internisten.

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