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Beim Zähneputzen bleibt der Wasserhahn zu
LBS-Kinderbarometer: Jüngere Kinder handeln umweltbewusster als ältere

Bei Aktionen für den Umweltschutz sind Kinder eher passiv. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/56890 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/LBS West"

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Berlin (ots) - Die 20. UN-Klimakonferenz wird bei der Umsetzung ihrer Ergebnisse auch auf unsere Kinder angewiesen sein. Auf den ersten Blick steht es hier mit dem Umweltbewusstsein gar nicht schlecht. So trennen mehr als drei Viertel der Kinder ganz selbstverständlich das Altpapier vom Restmüll. Sogar neun von zehn schließen den Wasserhahn, während sie sich die Zähne putzen. Und immerhin ein Drittel nutzt so selten wie möglich das 'Taxi Mama'. Rosige Aussichten also für die Umwelt von morgen? "Leider nein, denn mit zunehmendem Alter wächst beispielsweise das Wissen zur Energiewende, aber gleichzeitig lässt die praktische Anwendung des Umweltbewusstseins nach", so Dr. Christian Schröder, Sprecher des LBS-Kinderbarometers Deutschland. Befragt wurden knapp 11.000 Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren.

Achten beispielsweise Kinder der 4. Klasse immerhin noch "manchmal" auf Müllvermeidung beim Einkaufen, erfolgt dies in der 7. Klasse nur noch "selten". Beim Trennen ungenutzter Handy- oder Laptop-Ladegeräte von der Steckdose verschlechtert sich der Wert im selben Zeitraum von "oft" auf "manchmal".

Und wie sieht es mit direkten Aktionen für die Umwelt oder den Naturschutz aus? Im Durchschnitt beteiligt sich nur jedes zehnte Kind regelmäßig an Aktionen zugunsten der Umwelt, die Jüngeren sind auch hier eifriger als die Älteren. Die Hälfte gibt an, sich gar nicht zu engagieren. Nur in diesem Bereich zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Bundesländern, so Schröder. "Am häufigsten sind Kinder in Bremen bei Umweltaktivitäten dabei, am wenigsten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg."

Nachholbedarf gibt es zudem bei der Aufklärung zur Energiewende. Der Anteil der Kinder, die bereits von der Energiewende gehört haben, steigt mit dem Alter: Bei den Viertklässlern sind es 55 Prozent, in der 7. Klasse schon 70 Prozent. Jungen können zu durchschnittlich 68 Prozent etwas mit dem Begriff Energiewende anfangen, bei den Mädchen sind es 58 Prozent. Wenn der Begriff Energiewende bei denen, die ihn schon mal gehört haben, inhaltlich hinterfragt wird, zeigt sich allerdings, dass nur die Hälfte aller Kinder wirklich weiß, worum es dabei geht.

Über das LBS-Kinderbarometer

Gefördert von der LBS-Gruppe und durchgeführt vom PROSOZ Institut für Sozialforschung liefert das LBS-Kinderbarometer seit 1997 Ergebnisse zum Wohlbefinden der Kinder zunächst in Nordrhein-Westfalen, 2007 wurde es auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet. Das LBS-Kinderbarometer folgt Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention und berücksichtigt gezielt den Kinderwillen, um diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die an gewöhnlichen Partizipationsmöglichkeiten nicht teilnehmen können. Damit liegt der Fokus der Untersuchung auf dem aktuellen Wohlbefinden der Kinder und nicht auf ihrem instrumentellen Wert als zukünftige Erwachsene. Regelmäßig befragt werden fast 11.000 Kinder zwischen 9 und 14 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Verteilung zwischen den Bundesländern sowie zwischen Jungen und Mädchen folgt den demografischen Statistiken des Bundes.

Pressekontakt:

LBS-Kinderbarometer
Dr. Christian Schröder
Himmelreichallee 40
48130 Münster
Tel.: 0251 412-5125 od. 0171 7611093
Fax: 0251 412-5222
Mail: christian.schroeder@lbswest.de

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