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Berenberg Bank/HWWI: Deutschland bei Innovationsfähigkeit (noch) vorn, aber Akademikerquote zu gering

Hamburg (ots) - Deutschland ist aktuell eine der international wettbewerbsfähigsten Industrienationen. In der von der Berenberg Bank und dem HWWI erstellten Studie "Strategie 2030 - Wissen" sehen die Forscher die Innovationskraft Deutschlands auf Platz vier in Europa.

Im Berenberg/HWWI-Ranking zur Innovationsfähigkeit europäischer Staaten, das die Ausstattung mit Arbeitskräften im Bereich Forschung und Entwicklung, die Patentanmeldungen und die Exporte von Hochtechnologie einbezieht, rangiert Deutschland nach Schweden, Finnland und Dänemark auf Platz vier. Beim Anteil der Arbeitskräfte, die über ein Studium verfügen, liegt Deutschland allerdings nur auf EU- und OECD-Durchschnitt. Die Befunde der aktuellen OECD-Bildungsstudie zeigen, dass Deutschland bei der Qualifizierung der Arbeitnehmer im Fachhochschul- und Hochschulbereich deutlich unterhalb des OECD-Durchschnitts rangiert. Lediglich 19,9% eines Jahrgangs schlossen 2005 mit einem akademischen Grad ab - in der OECD lag der Durchschnitt bei immerhin 36,4%. Damit droht Deutschland beim Anteil der Arbeitskräfte mit Studium langfristig zurückzufallen.

"Das rapide Wachstum führender Volkswirtschaften im vergangenen Jahrhundert ist wesentlich auf gestiegenes Wissen und seine zunehmende Verbreitung zurückzuführen", so HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. Auch künftig komme dem Wissen, dessen Mehrung sich wirtschaftlich in technischem Fortschritt und Innovationen ausdrückt und dessen Verbreitung sich im Anteil (hoch-)qualifizierter Arbeitskräfte spiegelt, eine Schlüsselposition für den weiteren ökonomischen Erfolg der führenden Industrienationen zu.

"Der weltwirtschaftliche Wettbewerb bzw. die zunehmende internationale Arbeitsteilung sorgen dafür, dass in Wohlfahrtsstaaten wie Deutschland die vergleichsweise hohen Lohn- und Sozialstandards nur dann zu halten sind, wenn das Ausbildungsniveau der Arbeitnehmer im internationalen Vergleich hochgehalten wird und weiterhin innovative Leistungen auf den Weltmärkten angeboten werden", so Straubhaar.

"Know-how und Innovationen werden in den nächsten Jahrzehnten in zunehmendem Maße zu entscheidenden Produktionsfaktoren der Dienstleistungsgesellschaft. Damit wird Wissen als Ressource erheblich an Stellenwert gewinnen", ist auch Cornelia Koller, Volkswirtin der Berenberg Bank, überzeugt.

Immaterielle Vermögenswerte haben im Zuge des Strukturwandels zur Wissens- und Technologiegesellschaft bereits in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie müssen geschützt und bewertet werden, und sie müssen handelbar sein, sollen sie ihre volle ökonomische Wirkung entfalten. Eine wichtige Rolle spielen dabei Patente, denn sie schützen Wissen und machen es vergleichbar. "Dies wird nicht nur aus Unternehmenssicht, sondern auch für den Anleger - z. B. in Form von Patentfonds - von wachsendem Interesse sein", so Koller.

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