"Man muss menschlich denken"
Jubiläumsfest 10 Jahre Frankfurter Programm Würde im Alter
Frankfurt am Main (ots) - Am 8.9.10 fand auf der Konstablerwache das 6. Informationsfest der Altenpflegeheime statt, welches dieses Mal zugleich das Jubiläum für 10 Jahre Frankfurter Programm war. Im Jahre 2000 beschloss die Stadtverordnetenversammlung im Frankfurter Römer ein Sofortprogramm für eine bessere psychosoziale Betreuung von Pflegebedürftigen zu Hause und in den Heimen in Höhe von damals 2,7 Mio Euro. Sozialdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld unterstrich in ihrer Jubiläumsrede, dass auch Altenpflegekräfte vom Programm profitierten, das heute 44 ambulante und stationäre Projekten umfasse. Es gehe darum, das Leben in den Heimen würdevoller zu gestalten. Die anschließende politische Diskussionsrunde, moderiert von Ulrike Holler, kam darin überein, dass die heute mit 3 Mio. Euro bezuschusste psychosoziale Unterstützung die richtige Antwort auf die Missstände in der Pflege war. Frankfurt nehme wegen der guten Steuereinnahmen eine Inselstellung ein, so Stephan Ziegler (CDU), der auch den Praxisbezug der Kommunalpolitiker betonte. Sylvia Mommsen, Grüne im Römer, sagte: "Man muss menschlich denken." Sie kritisierte die strengen Dokumentationsvorgaben, insbesondere die des neuen Pflegebenotungssystems, das dem knapp bemessenen Pflegepersonal zu viel Zeit am Menschen nehme.
Die Politiker forderten die Altenpflegekräfte auf, ihre Professionalität öffentlicher zu machen. Konsens war, dass das hoch qualifizierte Pflegepersonal unterbezahlt sei und dessen Wertschätzung durch eine neue Imagekampagne gehoben werden müsse. Expertenstandards von außen, die vom Personal kaum erfüllt werden könnten, müssten reduziert werden. Die Pflege dürfe nicht mittragen, dass der Sinn der Pflegetätigkeit durch prozesshaftes Abarbeiten zerstört werde. Rudi Baumgärtner (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses: "Wir werden weiterhin unsere Kritik äußern, um der Pflege Gehör zu verschaffen."
Die Frankfurter Altenpflegeheime präsentierten auf dem Fest an Ständen ihre Projekte "Würde im Alter" und auf einer Freifläche Tanz-, Clowns- und Musikevents. Sie zeigten zudem, dass in Frankfurt in Bezug auf den Menschen gepflegt wird, dank kommunalpolitischer Initiative, wie etwa die des Sozialdezernenten Uwe Becker. Im Jahre 2010 hob er die Fördersumme des Frankfurter Programms Würde im Alter auf 3 Mio. Euro an. Er sagt heute: "Gerade im Alter, wenn man der Pflege und anderer Hilfen bedarf, ist es wichtig, das Recht auf Selbstbestimmung und die Würde des Menschen zu wahren. Das Frankfurter Programm trägt wesentlich dazu bei, dass sich auch ältere Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt wohl fühlen können." Vor 15 Jahren stimmte Sozialdezernent Joachim Vandreike der basisorientierten Netzwerkarbeit des Frankfurter Forums für Altenpflege zu. Er sagt: "Das war eine goldrichtige Entscheidung damals. Die letzten 15 Jahre zeigen die erfolgreiche Entwicklung dieses Netzwerks. Es ist heute aus dem praktischen Altenpflegebereich nicht mehr wegzudenken."
www.FFA-Frankfurt.de/FFA/presse/aktuelles.html
Pressekontakt:
Beate Glinski-Krause info@ffa-frankfurt.de Tel 069 - 61 99 44 51

