LBS Bayerische Landesbausparkasse

LBS Bayern erzielt 2015 Rekord-Neugeschäft
Bausparen zur Zinssicherung sehr gefragt
Wichtige Etappenziele bei Strategieumsetzung erreicht

München (ots) - Die LBS Bayern wird im Jahr 2015 das stärkste Bauspar-Neugeschäft ihrer Unternehmensgeschichte erzielen. Im zu Ende gehenden Jahr werden neue Bausparverträge mit einer Summe von rund 8,7 Milliarden Euro abgeschlossen werden. "Bausparen ist gefragt. Das Geschäftsmodell Bausparen funktioniert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Wohneigentumsbildung in unserem Land", sagte Dr. Franz Wirnhier, Vorstandsvorsitzender der LBS Bayern, anlässlich einer Pressekonferenz in München. Bei der Umsetzung der Vier-Säulen-Strategie, mit der die Landesbausparkasse den Herausforderungen durch die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank begegnet, wurden wichtige Etappenziele erreicht.

Mit einer prognostizierten Bausparsumme von 8,7 Milliarden Euro wird die LBS Bayern ihr Neugeschäft 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der bisherige Rekordwert wurde 2012 mit 8,4 Milliarden Euro erzielt. "Das Interesse der Menschen am Bausparen ist seit Jahren enorm groß. Gerade jetzt wollen sich viele die niedrigen Zinsen langfristig mit einem Bausparvertrag sichern. Unsere neuen Tarife, die wir seit Ende März im Markt haben, kommen sehr gut an", sagte Wirnhier.

35.000 Alt-Kunden haben sich für Umstieg in neuen Tarif entschieden

Das Finanzierungsgeschäft der Landesbausparkasse hat sich 2015 differenziert entwickelt. Aufgrund der stark gesunkenen Kapitalmarktzinsen hat der Rückgang bei der Auszahlung von Bauspardarlehen (2014: 427 Millionen Euro) weiter angehalten. "Dass wir 2015 noch fast 300 Millionen Euro an Bauspardarlehen auszahlen werden, liegt ganz wesentlich an unseren erfolgreichen Umstiegsangeboten, durch die LBS-Bausparer mit älteren Verträgen vom historisch niedrigen Zinsniveau profitieren können", so Wirnhier. Seit Anfang 2014 haben sich über 35.000 Kunden für einen solchen Umstieg entschieden.

Bei den Sofortfinanzierungen wird die Landesbausparkasse mit Auszahlungen von rund 700 Millionen Euro fast das Spitzenniveau der beiden Vorjahre (2014: 733 Millionen Euro) erreichen. In diesem Segment sieht das Institut gute Wachstumschancen. Im Zusammenspiel mit den Sparkassen sollen Nischen, in denen die besonderen Stärken von Bauspar-Sofortkrediten zum Tragen kommen, noch wirkungsvoller besetzt werden, etwa Wohnriester-Finanzierungen sowie langlaufende Zinsbindungen ab zehn Jahren. Die LBS Bayern bereitet sich darauf vor, ab Mitte 2016 auch Annuitätendarlehen anzubieten. Diese dürfen künftig mit Bauspareinlagen refinanziert werden. Das ist eine der Änderungen, die am Bausparkassengesetz vorgesehen sind und die Geschäftsmöglichkeiten der Bausparkassen erweitern sollen.

Vier-Säulen-Strategie wird konsequent umgesetzt

Die LBS Bayern richtet sich darauf ein, dass die Europäische Zentralbank in den kommenden zwei bis drei Jahren keinen Kurswechsel bei ihrer Nullzinspolitik vornehmen wird. Mit der Vier-Säulen-Strategie werde es gelingen, trotz dieser extremen Rahmenbedingungen positive Betriebsergebnisse zu erzielen, betonte Wirnhier. Für 2015 rechnet die Landesbausparkasse in etwa mit einer Halbierung des Betriebsergebnisses vor Risikovorsorge von 2014, das bei 20,3 Millionen Euro lag. "Unsere Strategie basiert auf vier Säulen: mehr Bauspargeschäft, mehr Finanzierungen, mehr Balance im Bausparkollektiv und mehr Konzentration auf das Wesentliche. In all diesen Bereichen haben wir 2015 erhebliche Anstrengungen unternommen. Heute können wir feststellen: Wir haben wichtige Etappenziele erreicht. Wir kommen auf unserem Weg gut voran", erklärte Wirnhier.

Vertriebswege werden weiterentwickelt

Mit dem Rückenwind des anhaltend starken Neugeschäfts sollen die Vertriebswege weiterentwickelt werden. Die Zusammenarbeit des LBS-Außendienstes mit den Sparkassen soll noch enger und deren Präsenz vor Ort noch intensiver für die Kundenansprache genutzt werden. Ebenso werden die digitalen Vertriebskanäle weiter ausgebaut. Hauptansatzpunkt ist die Integration in die Digitalisierungsstrategie der Sparkassen und die laufende Optimierung des eigenen Online-Auftritts.

Von grundlegender strategischer Bedeutung ist angesichts der EZB-Nullzinspolitik die Absenkung des Zinsaufwands. 2015 wird die durchschnittliche Einlagenverzinsung nach 1,99 Prozent im Vorjahr voraussichtlich auf 1,73 Prozent sinken. Dazu haben die Einführung niedrigverzinster Bauspartarife und der systematische Abbau hochverzinster Altverträge beigetragen. Zudem reduziert die LBS Bayern ihre Kosten deutlich. Die Sachkosten werden bis 2018 um jährlich acht Millionen Euro oder 16 Prozent gesenkt. Über die Hälfte davon wurde bereits 2015 umgesetzt. Zusätzlich werden 90 von 630 Vollzeitstellen im Innendienst bis Ende 2017 abgebaut. Zwei Drittel des geplanten Stellenabbaus wurden schon im laufenden Jahr realisiert oder über entsprechende vertragliche Vereinbarungen gesichert.

Regulierungsflut trifft regionale Institute unverhältnismäßig

Der Ertragsdruck durch die Nullzinspolitik der EZB wird durch eine Flut regulatorischer Vorschriften verstärkt, die nationale und internationale Behörden seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2009 ausgelöst haben. Wirnhier: "Dies trifft die Bausparbranche mit voller Wucht, obwohl sie nicht im Geringsten am Entstehen dieser Krise beteiligt war, sondern vielmehr zur Stabilisierung beigetragen hat. Was die Finanzmärkte brauchen, ist Proportionalität und Augenmaß im Vorgehen der Regulierungsbehörden. Sie müssen bei ihren Auflagen nach Risikogehalt, Größe und Geschäftsmodell von Kreditinstituten differenzieren. Die behördliche Regulierungswut, die nicht zwischen systemrelevanten Großbanken und regionalen Kreditinstituten unterscheidet, kostet uns jedes Jahr Millionen. Das ist eine gewaltige zusätzliche Belastung."

Pressekontakt:

Joachim Klein
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Leiter Zentralbereich Unternehmenskommunikation
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