LBS Bayerische Landesbausparkasse

Was der Zinsanstieg für Baufinanzierer bedeutet

München (ots) - Seit April sind die Baufinanzierungszinsen in Deutschland sprunghaft angestiegen. Was das für Immobilienkäufer und Bauherren bedeutet, erklärt die LBS Bayern.

Wie haben sich die Zinsen entwickelt?

Nachdem die Zinsen für Baufinanzierungen im allgemeinen Markttrend seit Jahren überwiegend gesunken waren, haben Sie Ende April nach oben gedreht. Für Finanzierungen mit zehnjähriger Zinsbindung ist nun etwa ein halber Prozentpunkt mehr an Zinsen zu bezahlen als noch vor drei Monaten.

Was bedeutet das für Baufinanzierer?

Verglichen mit den Zinssätzen, die in den vergangenen Jahrzehnten üblich waren, befinden sich die Zinsen immer noch auf historisch niedrigem Niveau. Die LBS Bayern bietet etwa Vorfinanzierungskredite mit zehnjähriger Zinsbindung ab einem Sollzins von 1,72 Prozent an. Noch vor fünf Jahren lag das Marktniveau bei mehr als dem Doppelten. Doch auch ein Zinsanstieg um einen halben Prozentpunkt verteuert Finanzierungen spürbar, erklärt die Bayerische Landesbausparkasse. Bei einer Kreditsumme von 100.000 Euro und einem festen Zinssatz von 1,5 Prozent benötigt man mit einer monatlichen Rate von 500 Euro gut 19 Jahre, um den Kredit vollständig zurückzuzahlen. In dieser Zeit werden etwas über 15.000 Euro an Zinsen fällig. Steigt der Zinssatz um einen halben Prozentpunkt auf 2 Prozent, kostet dieselbe Finanzierung bei gleicher Monatsrate fast 22.000 Euro - also nahezu 7000 Euro mehr. Außerdem dauert es etwa ein Jahr länger, schuldenfrei zu werden. Dies trifft Baufinanzierer dann, wenn die Zinsbindung ihres Darlehens ausläuft und sie - zu einem höheren Zinssatz - eine Anschlussfinanzierung benötigen, die deutlich teurer ist als erwartet.

Wie kann man sich gegen weitere Zinsanstiege absichern?

Auf dem derzeit historisch niedrigen Zinsniveau lohnt es für Baufinanzierer besonders, sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Wird in die Finanzierung ein Bausparvertrag eingebunden, können die Zinsen bis zur letzten Rate festgeschrieben werden - auch wenn diese erst in 20 oder 25 Jahren fällig ist. Damit können sich Bauherren und Immobilienkäufer von Schwankungen an den Kapitalmärkten unabhängig machen. Für Haushalte, die ihre Finanzierung bei einem deutlichen Zinsanstieg nicht mehr tragen könnten, ist eine langfristige Zinssicherung sogar von existenzieller Bedeutung.

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